♥ Das ist mein Mädchen! ♥

Murdoch beschreibt das Zusammenleben mit einem Cane Corso
Cane Corso als Zweithund

Vor einiger Zeit habe ich meine Cane Corso Hündin Freya ihre Rasse in eigenen Worten beschreiben lassen. Die liebe Ines, Lieblingsrudel-Leserin der ersten Stunde, hat sich daraufhin gewünscht, dass Murdoch doch mal seine Püppi beschreiben soll. Diesem Wunsch kommen wir heute nach. Ich übergebe also das Wort an Murdoch.

Ich heiße Murdoch, bin 6 Jahre alt und ein Mischling. Seit fast 4 Jahren lebe ich nun mit meiner Püppi, ihres Zeichens Cane Corso/Mastino Napoletano-Mix, zusammen. Sie kam im zarten Alter von einem Jahr in unser Rudel und ich war vom ersten Moment an bis über beide Fledermausohren in sie verschossen. Was bin ich froh, dass die Lieblingsmenschen mir diese wunderbare Kumpeline an die Seite gestellt haben.

Püppi ist toll! Ich liebe jede Sekunde mit ihr! Sie passt perfekt zu uns und ich teile alles mit ihr! Mit ihr kann man auch mal Jungsspiele spielen und ordentlich raufen. So richtig mit Anrempeln, Wettrennen (wenn auch nur kurz) und mit Schmackes ins Nackenfell beißen. Und mit wem man gut Rowdie spielen kann, mit dem lebt es sich auch sonst sehr angenehm zusammen. Im Moment ist Püppi heiß, von daher gibt es leider nur bedingt Zeit zusammen. Irgendwie stehen die Menschen uns gerade ein bißchen im Weg, denn ich würde ihr sooo gern zeigen, wie lieb ich sie wirklich hab! 😉

Statt meinem Mädchen hingebungsvoll die Ohren zu lecken (*räusper), erzähle ich euch also heute mal wie es ist, mit einer Cane Corso Hündin zusammen zu leben.

Einen Cane Corso erziehen

Auch wenn ich Anfangs ein bißchen geschockt war, dass die nette Gassi-Bekanntschaft plötzlich bei uns einzog, will ich sie heute einfach nicht mehr missen. Ich hatte mich schon gewundert, warum in den Wochen davor die Menschen plötzlich darauf bestanden, dass gewisse Regeln und Kommandos akkurat eingehalten wurden. Doch dann wurde schnell klar, was Frauchen braucht ist eine rechte Hand, die sie bei der Erziehung der rüpeligen Teenagerin unterstützt. Und da hab ich wirklich ganze Arbeit geleistet. Um ehrlich zu sein, ohne meine Hilfe und Übersetzung hätten die Lieblingsmenschen nur wenig Chancen gehabt. Aber ich will gar nicht groß angeben, es weiß ja sowieso jeder, dass ich der Beste bin.

Die Erziehung eines Cane Corso erfordert eine Menge Geduld. Oft dauert es, bis Informationen durch Püppis doch recht beeindruckenden Körperbau die beauftragten Muskeln erreichen und dazwischen sitzt immer noch ihr stures Gehirn, das jede Anweisung erst einmal hinterfragt, ob die Ausführung wirklich sinnvoll und zielführend ist? Das Püppi so eine lange Leitung hat, geht mir manchmal auf den Geist. Im Gegensatz zu ihr reagiere ich normalerweise umgehend, erwarte das Lob dann aber auch genauso schnell. Püppi dagegen überlegt erst noch mal, was sich meist schier endlos lang anfühlt. Was bitte schön ist denn nicht zielführend, wenn Frauchen mit der Hand in der Jackentasche “Sitz” sagt? Wir wissen doch alle, was dann passiert: Leine ab, Leckerli kommt geflogen und dann wird die Zeitung aufgeschlagen, Nachrichten gelesen und hinterlassen und gemacht was Hund will!!! Ich verstehe nicht, warum alle warten müssen, nur weil Madamchen erst mal alles überdenken muss oder sich in Ruhe umschauen will, bevor sie ihren kleinen Plüschpopo Richtung Boden bewegt. Also, ihre Reaktionszeit ist nicht die schnellste.

Besonders am Anfang hat sich Püppi sehr stark an mir orientiert. Ist ja auch klar, immerhin sind wir beide Hunde und wir können einfacher miteinander kommunizieren, als Menschen es tun. Es war also oft so, dass Frauchen ein Kommando gegeben hat, z.B. uns gerufen und ich kam angeschossen, während Püppi erst mal dort blieb wo sie war und sich das Ganze in Ruhe angeschaut hat. Wie oft bin ich zurück gerannt und hab so aufgefordert mitzukommen, während Frauchen immer lauter werdend vor sich hingefuchtelt hat. Sie hatten beide noch so viel zu lernen…

Irgendwann hatte Frauchen es raus, weil sie so clever war, sich bei mir ein paar Tricks abzugucken. Körpersprache war der Weg zum Ziel! Ganz nebenbei finde ich es super, dass die Lieblingsmenschen den Kommandoton abgelegt haben, den so vorher oft unbewusst drauf hatten. Insofern hat Püppi den Menschen unterbewusst auch eine ganze Menge beigebracht, auch wenn das damals nicht ihre Intention war.

Die beiden sprechen sich immer ab

Für Cane Corsos gelten andere Regeln

Ich weiß aber auch, dass Püppi manchmal mit Dingen durchkommt, die ich mir nie erlauben dürfte. Beispielsweise Kommandos nicht ausführen oder auch zum 1000sten Mal etwas in Frage stellen, was eigentlich schon ausdiskutiert worden ist. Das liegt daran, dass sie generell nicht so sehr darauf erpicht ist, das zu tun, was Menschen von ihr verlangen und sie daher nur sehr zeitverzögert reagiert. Auf jeden Fall nicht so zackig wie ich, denn ich bin ein guter Junge!

Dinge, die Püppi darf und ich nicht:

  • Schuhe im Maul tragen – mir kann man angeblich nicht trauen, dass ich sie nicht zerkaue! Wegen EINEM MAL als Welpe, wo ich die Lasche an Frauchens neuen Business Schuhen geschreddert habe!
  • Die Wachposition an der Eingangstür übernehmen – weil ich angeblich nicht zwischen wichtig und unwichtig unterscheiden kann und pauschal alles kommentiere, was draußen vor sich geht.
  • Sich stundenlang im Genitalbereich lecken – Darauf gehe ich jetzt nicht weiter ein!

Manchmal finde ich das unfair, aber zum Großteil achten die Lieblingsmenschen sehr darauf, dass es bei uns gerecht und fair zu geht, damit sich niemand benachteiligt fühlt. Frauchen merkt schnell, wenn Püppi auf ihre subtile Art versucht, mich zur Seite zu drängen und etwas mehr Aufmerksamkeit einzufordern. Sie geht dabei auch nicht besonders sachte vor, dennoch neigen manche Menschen dazu, ihrem durchdringenden Blick zu erweichen.

Beim Futter bekommen wir gleich große Portionen, obwohl Püppi ein paar Kilos mehr wiegt als ich. Das liegt daran, dass sie laut Frauchen ein bißchen auf ihre Figur achten muss, während ich “Hibbelkopp” das locker im Alltag abtrainiere. Bei Leckerlies sieht es etwas anders aus. Ich habe mitgezählt, die Anzahl der Häppchen ist immer dieselbe. Aber mir ist aufgefallen, dass ich die größeren Stückchen bekomme. Püppi realisiert das nicht, die ist froh, wenn sie überhaupt was bekommt. Frauchen macht das auch sehr geschickt, muss ich sagen und ab und zu steckt sie mir auch heimlich was zu, wenn Püppi nicht im Raum ist. Ich kann also durchaus damit leben.

Der Schutz unseres Lieblingsrudels

Dem Cane Corso sagt man ja nach, dass er einen ausgeprägten Schutzinstinkt hat und das passt für uns perfekt. Endlich hatte ich Unterstützung, was die Sorge um die Sicherheit der Menschen angeht. Ich persönlich bin ja eher so der Kundschafter. Ich sage immer gleich Bescheid, wenn etwas los ist und hole Verstärkung. Gut, dass ich jetzt auf Püppi zurückgreifen kann, auch wenn sie es nicht immer für nötig hält, mal ein bißchen Einsatz zu zeigen. Frauchen sagt immer, ich wäre eine wandelnde Alarmanlage, weil bei mir schon eine Autotür vor dem Haus ausreicht, um gleich mal Bescheid zu sagen.

Besuch ist auch so ziemlich die einzige Sache, bei der Püppi sich erhebt, um abzuchecken wer da kommt. Früher fand sie Besuch äußerst gruselig, aber im Laufe der Zeit habe ich ihr gezeigt, dass sie nicht verunsichert sein muss, selbst wenn es ein großer Mann mit tiefer Stimme ist. Die Lieblingsmenschen sind schon sehr wählerisch, wer uns zu Hause besuchen kommen darf. Aber natürlich muss jeder neue Bekannte immer erst mal den Eignungstest mit uns Vierbeinern bestehen. Gute Chancen hast du übrigens, wenn du einfach Leckerlies mitbringst. 😉

Ich war ja schon immer eher der gesellige Typ und hab nichts gegen die Freunde, die auch regelmäßig bei uns übernachten und das ganze Haus mit einer Mischung aus Chaos, Party und tiefer Freundschaft füllen. Ich finde es super, da ist immer jemand zum Spielen oder Kraulen da. Und auch Püppi hat sich mittlerweile daran gewöhnt und weiss doch den einen oder anderen zu schätzen. Das geht sogar so weit, dass sie jedem Besucher ein willkürlich ausgewähltes Geschenk bringt. Meist sind das Schuhe, es können aber auch Küchenhandtücher, ganze Hundebetten oder liebevoll gebastelte Papiersterne sein. Wehe, wenn ich mir sowas erlauben würde… Aber so hab ich wenigstens gleich Platz im Mund für all die Leckerlies.

Meine Cane Corso Hündin
"You´ll never walk alone" mit einem Cane Corso an deiner Seite

Ich habe es ja eingangs schon erwähnt, ich kann mir kein besseres Mädchen vorstellen als die Püppi. Die Sympathie war vom ersten Moment an da und ist in den letzten drei Jahren zu einer echten Liebe herangewachsen. Ich würde alles für sie tun und kann mich voll darauf verlassen, dass die treu an meiner Seite steht. Und jetzt muss ich weg, da hat jemand die Tür aufgelassen und ich glaube Püppi wartet unbeobachtet im Innenhof…

Ja, da war er weg, der kleine Casanova! ♥ Liebe Ines und alle anderen Leser, ich hoffe, der Artikel hat euch gefallen und Murdoch hat einen passablen Auftritt als Gastautor hingelegt. Was meinst du? Lass es mich doch wissen, ob Murdoch öfter mal aus unserem Leben erzählen soll und was du gern wissen möchtest. Ich bin gespannt, was dich so interessiert.

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Mein Cane Corso Mädchen

2 Kommentare

Ines · 10. Februar 2020 um 11:47

Danke, lieber Murdoch, für Deine “Liebes-“Geschichte! Wie schön, dass Püppi sich so in Dein Herz geworfen hat und Ihr zusammen auf Euer Rudel acht gebt. Ich freue mich auf weitere Geschichten von Dir! Wie hast Du es geschafft, dass Franziska so leckerlifreundlich geworden ist?

    Franziska · 10. Februar 2020 um 12:17

    Danke, liebe Ines! Steter Tropfen hölt den Stein… Hab ich auch Paul schon erzählt.

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