Welcher Hundesport passt zu meinem Hund

Hundesport ist eine tolle Möglichkeit, für körperliche und geistige Auslastung beim Hund zu sorgen und gemeinsam Spaß zu haben. Doch wie findet man die richtige Hundesportart? Und worauf muss bei der Wahl geachtet werden?

 

So findest du den passenden Hundesport für deinen Hund

Nie war das Angebot verschiedener Hundesportarten so groß wie heute. Agility? Rally Obedience? Mantrailing? Da kann einem schon mal der Kopf schwirren, wenn man mit seinem Hund auf der Suche nach dem passenden Sport ist.

Wie du den richtigen Hundesport für deinen Hund findest, das zeigen wir dir hier.

 

Wer schreibt hier? Über Hundesport Nubi

Mein Name ist Mara. Ich bin selbst Hundesportlerin, Trainerin im DVG und blogge beim Onlineshop und Blog von Hundesport Nubi über das, was mir am meisten am Herzen liegt.

Wir haben zwei Hunde. Nubi, den Deutschen Schäferhund. Und meine Hündin Wollie, einen Malinois.

Welcher Hundesport passt zu deinem Hund

 

 

Diese drei Faktoren spielen bei der Wahl des Hundesports eine Rolle

Bei der Wahl des Hundesports spielen folgende drei Faktoren eine wichtige Rolle, damit du und dein Hund Freude an eurem neuen Hobby entwickeln könnt:

  • Genetik
  • Alter
  • Gesundheit

Und natürlich dein persönliches Interesse. Wenn du eine bestimmte Sparte von vornherein blöd findest, kannst du sie ruhigen Gewissens von der Liste der Möglichkeiten streichen.

 

Genetik

Genetik ist nicht nur ein Wort aus dem Biologiebuch. Woran dein Hund Spaß hat, bestimmen unter anderem seine Gene. Wofür ist er ursprünglich gezüchtet worden?

Hütehunde, wie Border Collie und Australian Shepherd, liegen Schnelligkeit und ein hohes Reaktionsvermögen im Blut. Sie haben oft von Natur aus Freude am Lernen von Neuem und an Bewegung sowieso. Gebrauchshunderassen, wie Schäferhunde, Rottweiler und Co, lieben Beutespiele und sind prädestiniert für den Gebrauchshundesport (IGP). Der nicht umsonst nach ihnen benannt ist. Windhunde sind zum Rennen geboren, Retriever und Neufundländer zum Schwimmen, Huskies zum Laufen und Ziehen.

Diese genetische Veranlagung sorgt dafür, dass solche Aufgaben den Hunden leicht fallen und große Freude bereiten. Ausnahmen gibt es immer, auch die sollten berücksichtigt werden. Der wasserscheue Labrador muss nicht zum Schwimmen gezwungen werden, bloß weil etwas von “Wasserhund” im Rassestandard steht. Ebensowenig muss ein Schäferhund zwangsläufig Schutzdienst machen, wenn weder er selbst noch sein Besitzer daran Spaß haben.

Deutscher Schäferhund Nubi

 

Alter

Auch das Alter spielt eine wichtige Rolle, wenn es um Hundesport geht. Motivation und körperliche Belastbarkeit nehmen im Alter ab. Das ist ganz normal.

Hast du einen sehr jungen Hund, sind Sprünge und starke Belastung tabu. Schließlich soll er keine Schäden am Bewegungsapparat davontragen, weil die Knochen noch nicht fertig ausgebildet sind. Ist dein Hund älter, ist ebenfalls Vorsicht geboten.

 

Gesundheit

Dass ein Hund mit schwerer Hüfgelenkdysplasie nicht gerade zum Agility Champion ausgebildet werden sollte, dürfte logisch sein. Bevor du dich für einen Hundesport entscheidest, informiere dich über die Belastungen, die auf deinen Hund zukommen.

Wenn du dir unsicher bist, ob er diesen gewachsen ist, können der Tierarzt und der Hundephysiotherapeut eine Einschätzung dazu abgeben.

Unsere Malinoishündin Wollie hat aus diesem Grund erst mit dem Laufen am Fahrrad und Sprüngen über die Hürde im IGP begonnen, als ihre Röntgenuntersuchung keinerlei Probleme mit Hüfte, Ellenbogen und Rücken zeigte.

Gehorsamstraining und Hundesport

 

Hundesport – aber wo?

Hundesport in der Hundeschule, im Hundesportverein oder doch auf eigene Faust? Das hängt ganz von der Sportart ab, für die du dich entscheidest.

Hundesportarten, wie Agility, Obedience, Gebrauchshundesport (IGP) oder Turnierhundesport werden in Hundesportvereinen angeboten. Da kann man häufig gegen eine kleine Gebühr auch am Training teilnehmen, wenn man kein Mitglied ist. Möchtest du an Wettbewerben teilnehmen, ist dafür jedoch eine Vereinsmitgliedschaft und eine Leistungsurkunde für deinen Hund nötig. Wenn du nach einem DVG-Verein in deiner Nähe suchst, kannst du hier deine Postleitzahl eingeben und bekommst Hundeplätze in deiner Umgebung angezeigt.

Die so genannten Fun-Sportarten trifft man auch in Hundeschulen und bei selbstständigen Hundetrainern. Dazu zählt beispielsweise das beliebte Rally Obedience, Crossdogging oder Longieren.

Für andere Hundesportarten benötigst du weder einen Hundeverein, noch einen Trainer. Canicross, Dogscootern und Bikejöring gehören unter anderem dazu. Wenn diese Wunschsportart Neuland für dich ist, ist es ratsam, sich mit erfahrenen Hundesportlern auszutauschen oder zum Start ein Seminar zu besuchen.

Lesetipp: Eine Übersicht über 30 verschiedene Hundesportarten mit Erklärungen findest du übrigens auf dem Hundesport Nubi-Blog.

Obedience beim Hundesport

 

Hier ist Vorsicht geboten

Wird ein Sport wie Agility mit dem Label “Fun-Sport” angepriesen, ist Vorsicht angesagt. Auch bei anderen Hundesportarten, die damit beworben werden, dass sie in der jeweiligen Hundeschule “nur zum Spaß” und “ohne Leistungsdruck” durchgeführt werden. Nicht, weil Spaß haben etwas Schlechtes wäre. Sondern weil sich dahinter häufig ein Mangel an gründlichem, hundgerechtem Training verbirgt. Ein Sport wie Agility ist mehr, als nur über Hürden hüpfen, damit der Hund seinen Spaß hat.

Ohne das kleinschrittige Heranführen an die einzelnen Geräte und Übungen wird der “Fun” schnell zum Gesundheitsrisiko. Bis ein Hund einen kompletten Parcours absolviert und das in Höchstgeschwindigkeit, ist viel Vorbereitung nötig. Das wirkt von außen erstmal unspektakulär und überflüssig pingelig. Ist jedoch der richtige Weg, wenn man seinen Hund nicht verheizen, sondern verantwortungsvoll aufbauen möchte.

Das Argument “Aber ich will nicht an Meisterschaften teilnehmen, ich mache das nur zum Spaß.” entbindet einen nicht von der Pflicht seinem Hund gegenüber, ihn gesund zu halten.

Gesundheit ist wichtig beim Hundesport

 

Probetrainings und Schnupperstunden im Hundesport

Viele Vereine und Hundeschulen bieten Probetrainings an. Bei solchen Schnupperstunden kannst du dir das Training ansehen, ohne direkt eine Stunde zu buchen oder in einen Hundeverein einzutreten.

Achte insbesondere darauf, ob:

  • der Trainer dir offen erklärt, wie er arbeitet
  • aversive Methoden (=Zwang) eingesetzt werden
  • Mittel, wie Stachelsbänder, Würger ohne Stop oder ähnliche Martergeräte zum Einsatz kommen

Solcherlei Methoden sollten der Vergangenheit angehören. Werden aber leider immer noch von manchen Hundetrainern eingesetzt.

Wenn du den Hundeplatz mit deinem Hund besuchst, bringe unbedingt den Impfpass mit. Trainer und Vereine sind dazu verpflichtet, nur Hunde auf ihr Gelände zu lassen, die eine gültige Tollwutimpfung nachweisen können. Das ist keine Schikane, sondern ein Gesetz, das sie beachten müssen.

 

Woran erkenne ich, ob der Hundesport das Richtige für meinen Hund ist?

Du hast die Gesundheitsfragen bedacht. Hast einen Verein, eine Hundeschule oder Gleichgesinnte gefunden. Hast mit deinem Hund vielleicht schon eine Schnupperstunde absolviert. Und woran erkennst du jetzt, ob der Hundesport das Richtige ist?

Ganz einfach! Hat dein Hund Spaß dabei? Ist er danach zuhause zufrieden, entspannt und glücklich? Hast du Freude an eurem neuen Hobby? Dann ist es definitiv das Passende für euch.

Eines darf man nämlich nicht vergessen: Hundesport soll Spaß machen! Und zwar euch beiden.

Malinois beim Apportieren


8 Kommentare

Ines · 4. Juli 2020 um 12:04

Im Moment gehe ich ja nicht hin. Aber wenn wir das wieder aufnehmen und länger machen, gerne.

Mara von Hundesport Nubi · 2. Juli 2020 um 19:53

Huhu Ines,
da hast du Recht, das ist auch ein wichtiger Punkt.
Nie mehr vom Hund verlangen, als er zu leisten imstande ist.
Liebe Grüße,
Mara

Mara von Hundesport Nubi · 2. Juli 2020 um 18:54

Hey liebes Lieblingsrudel,
es freut uns immer noch, dass wir diesen Artikel für euch schreiben durften. 🙂
Sportliche Grüße an Zwei- und Vierbeiner,
Mara

    Franziska · 2. Juli 2020 um 20:48

    Wir haben euch zu danken für die wichtigen Infos und das Mund wässrig machen. Ich glaube, ich baue tatsächlich mal einen Agility-Parcours mit Schnüffelstellen hinter der Scheune! ❤️

Ines · 2. Juli 2020 um 8:13

Interessanter Beitrag. Unserem neuen “Sport mit Hund” (Mensch und Hund machen Übungen zusammen) ist leider Corona dazwischen gekommen, aber wir üben alleine im Wald weiter.

Einen Punkt finde ich bei Sportarten, die im Wettkampf betrieben werden können noch wichtig: den Ehrgeiz des Halters nicht über den Spaß den Hundes zu stellen. Deshalb habe ich mich zum Beispiel gegen Agility entschieden, obwohl unser Hund dafür geeignet wäre. Ich würde zu viel vom ihm zu verlangen, weil ich immer zum Siegen antreten würde.

    Franziska · 2. Juli 2020 um 21:04

    Das stimmt, das ist noch wichtig. Hatte ich eigentlich voraus gesetzt, aber es gibt immer wieder Menschen, denen man sowas sagen muss. Dein Sport mit Hund klingt spannend. Hast du dafür einen Kurs gebucht?

      Ines · 3. Juli 2020 um 15:34

      Ich gehöre zu den Menschen, denen man das sagen musste 🙂 Als ich das in einem Buch gelesen habe, war mir sofort klar, dass die Anmerkung für Leute wie mich ist …

      Das bietet eine Trainerin wöchentlich für 1 Stunde an (im Sommer draußen, im Winter in einer leeren Scheune) und man bezahlt nur, wenn man kommt – wobei schon regelmäßiges Erscheinen erwünscht ist.

        Franziska · 3. Juli 2020 um 16:08

        Das klingt spannend. Vielleicht hast du ja irgendwann mal Lust, einen Gastartikel dazu zu schreiben?

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