3 Tipps wie du deinen Hund stressfrei alleine lassen kannst

Du und dein Hund, ihr versteht euch super, aber du kannst absolut nichts ohne ihn machen? Denn er hat fürchterliche Verlassenängste, zerlegt dir die Wohnung oder bellt die ganze Nachbarschaft zusammen? Hier sind 3 Tipps, wie du deinem Hund bei Trennungsangst helfen kannst.

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Kennst du das? Du hast deinen Hund nur kurz allein gelassen, kommst nach Hause und findest die Wohnung im Chaos vor? Schuhe zerkaut, Müll auseinander genommen und ein komfortables Loch ins Sofa gefressen?

Was für dich unlogisch erscheint und dich vielleicht echt sauer macht, ist meist eine Reaktion des Hundes auf eine außerordentlich dramatische Streßsituation. Es mag für dich lächerlich klingen, immerhin hast du ja gesagt, dass du gleich wieder da bist. Aber als extrem soziale Wesen leiden viele Hunde ernsthaft unter Trennungsangst, die schnell auch eskalieren kann.

Wenn dein Hund nicht allein bleiben kann, dann hab ein bißchen Verständnis für ihn. In seiner Welt bist du das, was er am meisten liebt, auch wenn er es vielleicht manchmal auf komische Art und Weise zeigt. Bei jedem Hund funktioniert etwas anderes, also probiere die Tipps mal über einen längeren Zeitraum aus und schau, ob sie Besserung bringen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Verhaltensweisen, die sich monate- oder gar jahrelang gefestigt haben, lassen sich nur im Fernsehen von einem Moment auf den anderen ändern.

​Bevor du gehst... Geh spazieren!

Bevor du deinen Hund allein lässt, gehe mit ihm eine große Runde. Spiele mit ihm, entdeckt gemeinsam Dinge und powere ihn richtig aus. Dann ist er müde und entspannter, wenn er später mal kurz allein bleiben soll.

Mit der Bewegung kann er seine überschüssige Energie los werden. Ein schöner langer Spaziergang oder eine Spiel- oder Traingseinheit (20-30 Minuten, je nach Hund) stärken nicht nur die Bindung zwischen euch, sondern fordern auch deinen Hund und stärken sein Selbstbewusstsein.

​Besonders, wenn du mit dem Training gerade erst startest, gibt dir das eine gute Grundlage, wenn dein Hund bereits zufrieden und müde die Alleinsein-Übungen beginnt.

Ein Verabschiedungsritual für dich und deinen Hund

Hunde lieben Rituale! Sie geben Sicherheit und man weiß, was man zu erwarten hat. Deshalb kann es deinem Hund durchaus helfen, wenn du auch vor dem Verlassen der Wohnung ein Ritual etablierst und ihm damit eine sichere Situation schaffst.

Die meisten Hunde reagieren auf beruhigende Gerüche, z.B. Lavendel, manche mögen klassische Musik oder können am besten mit ihrem Kauknochen entspannen. Finde heraus, was deinen Hund entspannt und baue das in euer Ritual ein.

Am besten schickst du deinen Hund auf seinen Platz und ihn dort liegen lassen. Nach dem Spaziergang ist es Zeit, zu relaxen. Er soll dir nicht auf Schritt und Tritt durch die Wohnung folgen, sondern auf seinem Lieblingsplatz zur Ruhe kommen.

Während du dich in deiner Wohnung bewegst, bring Elemente mit in das Ritual ein, die sonst Anzeichen dafür sind, dass du die Wohnung verlassen willst. Ziehe Schuhe oder Jacke an, nimm deine Schlüssel, geh zur Tür raus und komm sofort wieder rein. Wiederhole das ein paar Minuten lang und dann stoppe das Training. Viele kleine Trainingseinheiten über den Tag verteilt sind besser, als ein paar große.

Übung macht den Meister

Und dann hilft wirklich nur noch Übung. Schritt für Schritt. Um das Ganze ein bißchen zu unterstützen kannst du deinen Hund zwischendurch immer mal wieder in seinem Körbchen liegen lassen und den Raum verlassen. Wenn du der Meinung bist, dass dein Hund entspannt liegt und sich nicht mehr wirklich sorgt, wenn er alleine ist, dann gehst du das erste Mal aus der Wohnung. Nicht weit und nicht lange! Geh wieder rein, noch bevor der Hund die Chance hat, unruhig zu werden. Lieber einmal öfter, als einmal zu lange und er weint. Die Abstände kannst du dann langsam vergrößern.

Es wird vielleicht eine Weile dauern, bis dein Hund entspannt auf seinem Platz liegen bleiben kann und es wird viel Arbeit erfordern. Aber bedenke, dass du mit diesem Zeitaufwand die zukünftigen Jahre im Zusammenleben mit deinem Hund grundlegend gestaltest. Es lohnt sich, jetzt ein wenig mehr Zeit und Geduld zu investieren.

​Wie wir an Freyas Trennungsangst gearbeitet haben

Als Freya zu uns kam, konnte man noch nicht mal auf die Toilette gehen, ohne einen weinenden Hund vor der Tür sitzen zu haben. Sobald man wieder da war wurde man mit einem Schuh im Maul und komischen Geräuschen begrüßt. Zerkaut hat sie die Schuhe nicht, nur immer rumgetragen. Ihre Vorliebe für Schuhe hat sie übrigens bis heute nicht verloren. Immer wenn sie aufgeregt ist oder uns jemand besuchen kommt, schnappt sie sich einen Schuh und bringt ihn zu irgendwem. Eigentlich eine ganz witzige Macke...

Es wird trotzdem schnell nervig, wenn man immer 10 Minuten Schuhe suchen muss, um Gassi gehen zu können. Nach ca. 3 Monaten kontinuierlichem Training mit den o.g. Dingen konnte ich sie zum ersten Mal für eine halbe Stunde allein lassen. Natürlich war Murdoch auch bei ihr, aber das zählt normalerweise nicht so sehr. Natürlich war die Wiedersehensfreude groß und mir wurden auch sofort meine Hausschuhe gebracht. Manche Macken haben ja auch seine Vorteile…

Hat dein Hund Trennungsangst oder habt ihr sie erfolgreich besiegt? Welche Tricks haben bei dir geholfen, damit dein Hund entspannt alleine zu Hause bleibt? Teile deine Erfahrungen mit uns in den Kommentaren, wir freuen uns auf deine Tipps!

​Wir wünschen euch viel Spaß beim Trainieren und Üben. Weitere Anregungen, Downloads und Online Kurse findest du unter "Tutorials".

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