Das Laufen an der Leine ist weiterhin eine Herausforderung für alle Beteiligten. Murdoch und Freya müssen geduldig sein, denn wir kommen nicht so schnell am Ziel an, wie normalerweise. Die 5 Minuten Fußweg zum Waldrand dauern dreimal so lang, weil ich mich bei Oscar immer wieder durchsetzen muss. Er hat jede Menge Kraft und ist draußen sehr aufgeregt. Außerdem will er immer vorne laufen bzw. fordert Murdoch und Freya auch an der Leine zum Spielen auf, was die beiden nicht so prickelnd finden. Um das in den Griff zu bekommen, würde ich sicherlich ein paar Wochen brauchen.
Die halbe Straße bekommt meine Diskussionen mit Oscar mit, denn der beschwert sich lautstark über die Einschränkungen, springt immer wieder um mich rum oder an mir hoch. Ich bleibe relativ unbeeindruckt und ziehe weiter mein Ding durch. Bis auf ein paar Ansagen, die ich mir einfach nicht verkneifen kann. Die funktionieren dann allerdings auch, zumindest für ein paar Meter. Dann regt er sich wieder auf, will zu den anderen aufschließen und es geht ihm einfach nicht schnell genug.
Kaum sind wir am Waldrand angekommen, dürfen Murdoch und Freya frei laufen. Oscar muss sich noch ein paar Meter gedulden, denn erst wenn er sich ordentlich benimmt, wird er mit Freiheit belohnt. Das Timing ist hier sehr wichtig, denn die Zeiten, in denen er gut neben mir läuft sind sehr kurz. Wenn man also gewünschtes Verhalten belohnen möchte, muss man genau den richtigen Zeitpunkt erwischen. Ein Problem ist außerdem, dass er sich bereits ca. 15 Minuten lang konzentrieren musste, bis wir am Wald angekommen sind. Ganz schön lange für so einen jungen Hund. Aber es klappt und so kann er fröhlich davon stürmen. Der Rückruf klappt allerdings hervorragend, was sicher auch an Murdoch und Freya liegt, denen er alles nach macht.
Ab Tag drei fällt besonders auf, dass er frecher gegenüber Püppi wird. Die sagt ihm auf sehr nette und charmante Art zwar, dass sie keine Lust auf Raufen mit ihm hat, aber so richtig scheint er das nicht zu akzeptieren. Wir überlassen Murdoch eine Zeitlang die Maßregelungen, der ist sowieso schneller. Wenn es Püppi zu viel wird, läuft sie neben oder hinter uns und wir blocken Oscars „Angriffe“ ab, indem wir uns vor Püppi stellen. Nach ein paar Metern hat er es kapiert und geht lieber gucken, was Murdoch da anschnüffelt. Im Nachhinein muss ich allerdings auch anmerken, dass Püppi zwei Tage später und früher als erwartet heiß geworden ist. Vielleicht haben die Hormone auch ein wenig zu den Belagerungen beigetragen.