Stress mich nicht!

So überträgt sich Stress auf unsere Hunde

Hunde merken, wenn ihre Besitzer gestresst sind

Die momentane Situation rund um Corona stresst mich persönlich enorm! Mit der Quarantäne konnte ich noch leben, ich bevorzuge ohnehin die Gesellschaft von Hunden. Seit ein paar Tagen haben wir jedoch Maskenpflicht, was mir nicht nur massive Kopfschmerzen beim Tragen beschert, sondern mich fast an den Rand des Wahnsinns reibt. Auch an Murdoch und Freya geht mein Stress level nicht unbemerkt vorbei.

Seit Jahrtausenden leben Menschen und Hunde zusammen. Da ist es für die meisten von uns kein Geheimnis, dass Hunde unsere Gefühle lesen und spiegeln können. Wir haben solch eine tiefe Verbindung zu unseren Vierbeinern entwickelt, dass wir ihnen meist nicht viel vor machen können.

Ergebnisse einer Studie in Schweden bestätigen, dass sich der Stress seiner Menschen definitiv auf den Hund übertragen kann. Dabei hat sich gezeigt, dass besonders Hündinnen sehr sensibel auf die Stimmungslage reagieren. Hierzu wurde anhand von regelmäßigen Haarproben Von Hunden und ihren Zweibeinern gemessen, wie viel von dem Stresshormon Cortisol sich darin finden ließ.

Den Link zur Studie (auf englisch) findest du hier.

Wie merken Hunde, dass wir gestresst sind?

Stress riechen

Es liegt nahe, dass Hunde unser Stresslevel einfach mit der Nase erschnüffeln können. Wir wissen, welch außergewöhnliche Dinge Hunde mit ihrem Geruchsinn leisten, wenn sie z.B. Krebszellen erschnüffeln oder bei der Suche nach Drogen oder gefährlichen Substanzen helfen. Es ist also nichts Ungewöhnliches, dass Hunde auch anhand unseres Körpergeruchs Stimmungen erschnüffeln können.

Gestresste Körpersprache

Auch unsere Körpersprache ändert sich, wenn wir in Stress geraten. Unsere Hunde, die fast den ganzen Tag damit beschäftigt sind, uns zu beobachten, merken selbst die kleinste Veränderung sofort. Unsere Mimik verändert sich kaum merklich, Bewegungen werden abrupter und viele unterbewusste Verhaltensweisen zeigen, dass gerade etwas nicht stimmt.

Wie reagiert dein Hund auf Mund-Nase-Schutzmasken?

Besonders unsere Mimik spielt eine große Rolle, wenn Hunde unsere Stimmung lesen. Meine beste Freundin hat mich vor ein paar Tagen auf die neue Situation mit der Maskenpflicht in Deutschland aufmerksam gemacht und gefragt, ob meine Hunde mich auch so fragend anschauen, weil überall Vermummte rumlaufen. Ich selbst kann das gar nicht so einschätzen, weil ich Murdoch und Freya nicht mitnehmen muss, wenn wir in die Stadt fahren. Von daher kommen sie damit gar nicht in Kontakt. Bei uns selbst sind sie es gewohnt, dass wir manchmal Staubschutzmasken tragen, wenn wir auf unserer Baustelle arbeiten.

Ich finde die Frage aber extrem interessant, deshalb gebe ich sie gleich mal an dich weiter. Merkst du eine Veränderung im Verhalten deines Hundes, wenn du einen Mundschutz auf hast oder er viele Menschen damit sieht? Das wäre mal spannend zu erfahren…

Wieso sind Hunde gestresst, wenn wir gestresst sind?

Ist es dir schon einmal passiert, dass in der Kommunikation zwischen dir und deinem Hund einfach manchmal der Wurm drin ist? An dem Verhalten meiner Hunde merke ich immer sehr schnell, wie meine eigene Stimmung gerade ist. Murdoch wird dann schnell ungeduldig und fordernd, ganz das Frauchen eben. Püppi verehre ich für ihre Fähigkeiten, das menschliche Verhalten zu spiegeln ja ohnehin. Sie ist in solchen Fällen oft bockig und diskutiert auf Cane Corso-Art.

Aber wieso betrifft das unsere Hunde so stark, wenn wir nicht ausgeglichen sind? Im Laufe der Evolution und des Zusammenlebens war es für die Vierbeiner immer von Vorteil, genau auf ihre Menschen zu achten. Als Lebewesen, die – genau wie wir – in sozialen Gemeinschaften leben, ist eine Art der emotionalen Intelligenz sehr entscheidend, wenn es um den Erfolg der Gruppe geht.

Es wird außerdem vermutet, dass auch Hunde über die sogenannten Spiegelneuronen verfügen. Diese sorgen dafür, dass Lebewesen einander im Verhalten kopieren, z.B. wenn Welpen etwas von ihrer Mutter lernen. Ähnlich verhält es sich mit den Emotionen. Ist Herrchen oder Frauchen anders als sonst, verunsichert das den Hund oft. Wie sich unsere menschliche Stimmung auf Hunde überträgt, sieht man übrigens auch an dem Beispiel des Leinenrambo. Hier reagieren viele Hunde aggressiv, einfach nur, weil ihr Besitzer angespannt sind und unterbewusst mit ihrer Körpersprache und Atmung, Stress.

Wenn mein Hund gestresst ist...

Stress äußert sich bei Hunden auf unterschiedliche Arten. Wie gesagt, mein Murdoch wird ungeduldig und nervtötend, gleichzeitig bekommt er aber auch oft trockene Haut und jede Menge Schuppen, wenn etwas nicht im Reinen ist. Andere Hunde wiederum, werden schwierig im Umgang, wie meine Püppi, die sich ungern etwas sagen lässt, wenn der Gegenüber sich nicht angemessen verhält.

Einige Anzeigen von Stress und was unsere Hunde an uns wahnsinnig macht, kannst du auch in diesem Artikel nachlesen.

Kurze Entspannung

Wenn du merkst, es läuft zwischen dir und deinem Hund nicht so, nimm dir eine kurze Auszeit. Atme tief durch, entspanne dich und probiere es dann noch einmal. Übrigens hilft es immer, eine kurze Kuschelneinheit einzulegen, denn diese schüttet sowohl beim Menschen als auch beim Hund das Bindungshormon Oxytocin aus, das auch für Entspannung wichtig ist. Streicheln und Blickkontakt mit dem geliebten Vierbeiner holt beide wieder ein Stück weiter runter und macht glücklich. Also einfach mal ein halbes Stündchen Kuscheln, wenn dir der Stress zu Kopf steigt.

Ist dein Lieblingsrudel gestresst?

Bist du in der momentanen Situation rund um Corona vielleicht ein bißchen gestresst und überträgst das auf deinen Hund? Sind dir da schon Dinge aufgefallen, die anders sind als sonst? Und wie meistert ihr die Veränderungen mit der Maskenpflicht? Schreib mir doch deinen Kommentar unter den Beitrag. Ich bin sehr gespannt, was du zu berichten hast.

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Wenn Mensch und Hund gestresst sind

1 Kommentar

Petra Bauer · 26. April 2020 um 15:09

Also bei uns hier in Spain haben wir ja gottseidank keine Maskenpflicht, noch nicht, hoffentlich nie…aber jeder Depp rennt total vermummt rum und dann im Supermarkt ist es meist recht eng, also nix mit Social Distancing!!! Irgendwie schon etwas der Witz, meiner Meinung nach was hier abgeht mit Hausarrest …. aber Nachbarinnen (eine spezielle die ich so beobachtet habe und mich doch sehr wundere) sind 2-3 Stunden unterwegs beim Einkaufen, da grasen manche halb Málaga ab um in jeden kleinen Laden zu rennen um Essen zu kaufen und dabei wohnen dort nur Mann, Frau mit altem kleinen Hund, z.B…
Nun denn, aber jetzt mal zum Hund und Masken 😀 Mein Mika merkt ja schon von Anfang an, 6 Wochen jetzt schon, dass irgendwas nicht so ist wie es sein sollte, weniger Menschen, mehr Hunde unterwegs, auch Hunde die ich kenne, aber immer mit anderen Menschen unterwegs waren und jetzt will die ganze Family den armen Hund Gassi führen, weil das ja so ziemlich das einzigste ist was man darf wenn man einen Hund hat, dann darf man raus, aber nur einzeln mit Hund. Manche Hunde, die vorher nur mal 10 Minuten raus durften, die sehe ich jetzt stundenlang draussen rumlaufen, die Armen alten Hunde, die das anstrengt :O … andere wieder sind bestimmt begeistert, aber jetzt schweife ich ja schon wieder ab … mann….
Also mein Mika guckt schon öfters mal doof einen vermummten Menschen an und wenn er speziell drauf ist dann wufft er auch mal einen an, vorallem dann jemand der ihn anspricht und klar, er erkennt ja nicht richtig wer das nun ist, vielleicht die Stimme, aber komisch ist da schon für ihn. Er mag auch keine Menschen mit Sturzhelm, da wufft er auch manchmal jemanden an. Aber ansonsten ist er ja eh ein entspannter Hund 😀 Ich komme mir eher vor wie im falschen Film mit dem ganzen Maskengelumpe, das sollen sie doch denen in den Krankenhäusern besorgen, richtige , die sie auch schützen bei der Arbeit, etc….
Det wars, schönen Sonntag euch allen noch, Grüsse 😀

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