Richtiges Barfen

6 Tipps für eine artgerechte Hundeernährung

biologisch artgerechtes Hundefutter

Liebst auch du deinen Hund von ganzem Herzen? Dann würdest du bestimmt alles tun, damit dein vierbeiniger Freund lange fit und gesund bleibt. Für ein besonders glückliches Hundeleben ist die Ernährung deiner Fellnase entscheidend. Ein neuer Trend, der sich unter Hundebesitzern immer mehr herumspricht, ist das Barfen. Wie du bei der artgerechten Fütterung alles richtig machst, erfährst du in den folgenden 6 Tipps.

Informiert sein – was ist Barfen?

Was ist eigentlich Barfen? Das ist nichts anderes als eine Abkürzung, die für biologisch, artgerechte Rohfütterung steht. Bei dieser Ernährungsform geht es also darum, dass du deinen vierbeinigen Freund mit frischen Rohzutaten – ohne künstliche Zusatzstoffe – fütterst.

Die Zusammensetzung der einzelnen Barf-Rationen orientiert sich am natürlichen Beuteschema der Wölfe, den Vorfahren unserer Hunde. Hauptsächlich besteht eine Barf-Mahlzeit deshalb aus Fleisch, aber auch Obst und Gemüse – als wichtige Vitaminlieferanten – dürfen auf dem Speiseplan der Vierbeiner nicht fehlen.

Grundausrüstung zulegen

Barfen bedeutet, dass du nicht einfach Hundefutter im Supermarkt kaufst und sie in den Futternapf deines Lieblings gibst. Ganz im Gegenteil: Wenn du den Umstieg auf das Barfen wagst, erklärst du dich dazu bereit, der persönliche Chefkoch deines Hundes zu sein. Du bereitest nämlich alle Barf-Mahlzeiten selbst zu – jeden Tag „bekochst“ du also deine Fellnase auf ein Neues.

Damit du deinem Hund auch wirklich ein leckeres Gericht in seinen Futternapf zaubern kannst, solltest du dir vorab die passende Grundausrüstung zulegen:

  • Scharfes Messer: Dieses hilft dir dabei, große Fleischanteile ordentlich zu zerkleinern.
  • Küchenwaage: So lassen sich die einzelnen Zutaten ganz genau abwägen.
  • Gefrierbeutel: Übrige Barf-Zutaten lassen sich hervorragend darin aufbewahren und einfrieren.
  • Großer Kühl- oder Gefrierschrank: Barf-Inhaltsstoffe brauchen genügend Platz, wenn du sie nicht alle auf einmal aufbrauchst.
  • Großer Futternapf: Barf-Zutaten nehmen wesentlich mehr Platz ein als industrielles Hundefutter.
  • 70 % tierische Zutaten: Dazu zählen Muskelfleisch, Blättermagen, Innereien und Knochen. Fleischige Bestandteile liefern viel Fett, Wasser, Proteine, Mineralien und Vitamine.
  • 30 % pflanzliche Zutaten: Darunter fallen verschiedene Obst- und Gemüsesorten. Der Schwerpunkt beim Barfen liegt dabei auf grünem Blattgemüse, Salat und Wurzelgemüse. Gemüse versorgt den Vierbeiner mit ausreichend Ballaststoffen für eine gute Verdauung. Obst ist zwar auch wichtig, aber aufgrund des hohen Fruchtzuckeranteils solltest du hier bei der Verfütterung etwas vorsichtiger sein.
  • Öle: Die einzelnen Barf-Mahlzeiten sollten auch immer mit bestimmten Ölen (z. B. Lachsöl oder Leinöl) ergänzt werden. So kann der Vierbeiner wertvolle Omega-3-Fettsäuren aufnehmen.
  • Schokolade: Für uns Menschen ist die zarte Versuchung zwar ein wahrer Genuss, aber nicht für unsere vierbeinigen Freunde. Der Inhaltsstoff Theobromin ruft bei Hunden eine Vergiftung hervor, die mit Symptomen wie Atemnot, Durchfall und Pulsrasen einhergehen kann.
  • Rohes Schweinefleisch: Weder das Fleisch noch die Knochen selbst sind für Hunde gefährlich, sondern viel mehr der Aujeszky-Virus, der möglicherweise darin enthalten sein könnte. Die Symptome sind ähnlich wie bei Tollwut und eine Infizierung kann für die Fellnase tödlich enden.
  • Macadamia-Nüsse: Hunde vertragen Nüsse generell sehr schlecht, aber es sind besonders Macadamia-Nüsse, die für Vierbeiner ungeeignet sind. Sie können nicht nur den tierischen Verdauungstrakt, sondern auch das Nervensystem langfristig schädigen.
gesunde Hundeernährung

Empfohlene Futterzusammensetzung beachten

Wenn du dich dazu entschließt, deinen Hund zu barfen, solltest du beachten, dass viele neue Zutaten im Futternapf deines Lieblings landen werden. Um deinen Vierbeiner artgerecht zu ernähren, solltest du die empfohlene Futterzusammensetzung beim Barfen beachten. Die biologisch, artgerechte Rohfütterung setzt sich aus den folgenden Zutaten zusammen:

Speiseplan abwechslungsreich gestalten

Barf-Zutaten könnten nicht vielfältiger sein. Aber keine Sorge: Du musst nicht jeden Tag alle Futterkomponenten für deinen Hund bereitstellen. Du solltest lediglich darauf achten, dass deine Fellnase über einen Zeitraum von 4 Wochen alle Barf-Zutaten in einem ausgewogenen Verhältnis bekommt.

Achte also besonders darauf, dass dein Liebling eine vielseitige und somit ausgewogene Ernährung genießt. Füttere also z. B. nicht immer nur Rindfleisch, sondern verschiedene Fleischsorten. Erst die Kombination aus vielfältigen Fleisch-, Obst- und Gemüsesorten sorgt dafür, dass dein Hund mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird.

Zeit für den Umstieg auf Barf einplanen

Wenn du deinen Hund barfen möchtest, solltest du nichts überstürzen, sondern dir und deinem Vierbeiner genügend Zeit für die Ernährungsumstellung geben. Schließlich muss sich der Organismus deiner Fellnase erst an die neue Fütterungsform gewöhnen. Und du selbst musst dich erst in der Zubereitung der Barf-Mahlzeiten üben.

Am Anfang – in den ersten ein bis drei Tagen – kann es durchaus sein, dass mit der Umstellung auf das frische Rohfutter Symptome wie Erbrechen und Durchfall einhergehen. Das ist aber kein Grund zur Sorge! Der Beginn des Barfens ist immer eine Art von Entgiftung, auf die jeder Hundekörper anders reagiert. Am besten hilfst du deinem Hund ein wenig auf die Sprünge – füttere ihn zuerst nur mit Geflügel- und Lammfleisch, bevor du seinen Fressnapf mit Knochen und Innereien füllst.

Giftige Barf-Zutaten kennen

So gesund das Barfen auch sein mag: Es gibt bestimmte Zutaten, die dein Hund nicht bekommen sollte. Die folgenden Lebensmittel sind lebensgefährlich für Vierbeiner und sollten deshalb unter keinen Umständen verfüttert werden:

Du siehst also: Barfen muss gut überlegt sein! Mit diesen 6 wertvollen Tipps wird die Rohfütterung jedoch zum absoluten Kinderspiel! Hast du schon Erfahrungen mit dem Barfen gemacht und selbst schon ein paar tolle Rezepte ausprobiert? Kommentiere gern unter dem Artikel. Ich bin gespannt auf deine Beiträge!

Über die Autorin

Sina Delgado Hernandez ist die Betriebsleitung der Firma Hund & Sport Hungenberg GmbH. Sie ist mit Tieren aufgewachsen und beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit der artgerechten Haltung und der Ernährung von Haustieren. Nach ihrer Ausbildung bei der Futter Fundgrube folgte ein duales Studium im Bereich Betriebswirtschaft. Sina setzt sich für den Tierschutz ein und besitzt unter anderem selbst zwei Katzen und einen Hund, die zuvor auf der Straße lebten.

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1 Kommentar

Ines · 9. März 2021 um 8:08

Ein Tipp zur Ausbewahrung der Reste: Anstatt Einmalplastikgefrierbeutel zu verwenden nehme ich lieber endlos haltbare Gefrierdosen (können ja eine andere Farbe haben als die für meine Lebensmittel) oder die leeren Verpackungen eines 1 Liter Joghurts Griechischer Art vom Discounter. Dosen und Deckel davon überleben den Geschirrspüler und halten so ziemlich lange bei der Zweitverwertung.

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