So war unser Jahr 2018

Ich liebe Jahresrückblicke! Für mich persönlich ist das die ideale Möglichkeit, die Höhepunkte des Jahres, aber auch seine Herausforderungen und Niederlagen Revue passieren zu lassen. Deshalb darf natürlich unser Lieblingsrudel-Jahresrückblick nicht fehlen.

Normalerweise bin ich schneller mit der Analyse eines vergangenen Jahres. Ich liebe die Zeit zwischen den Jahren, um ein wenig runter zu kommen, viel Zeit mit den Hunden zu verbringen und zu schauen, was ich persönlich in dem Jahr erlebt und gelernt habe. Doch dieses Mal hatte ich irgendwie so meine Probleme damit, dem Jahr 2018 würdevoll Abschied zu sagen.

Irgendwie ging das Jahr sehr schnell vorbei und scheint auf den ersten, oberflächlichen Blick recht ereignislos. Fairerweise muss ich aber zugeben, dass nur schwer mit dem überaus turbulenten 2017 mitzuhalten war. Ein Blick auf die Abenteuer, die ich mir für 2018 vorgenommen hatte, frustrierte mich im ersten Moment. Ich hatte weniger von meiner Bucket List abgearbeitet, als ich eigentlich geplant hatte.

Nun möchte ich aber nicht zu den Menschen gehören, die zum Jahreswechsel das alte Jahr verfluchen und drei Kreuze machen, dass es vorbei ist, dafür aber alle Hoffnung in das kommende Jahr setzen, weil dort endlich alles besser wird. Was für ein scheiß Leben wäre das denn bitte, denn das wiederholt sich bei den meisten Menschen jährlich zu Silvester! Ich bin der festen Überzeugung, dass jedes Jahr es verdient, mit Dankbarkeit behandelt zu werden. Manchmal muss man nur etwas genauer hingucken, um auch die kleinen Veränderungen zu bemerken.

Also habe ich die Bucket List in die Tonne gehauen. Manchmal kann man einfach planen soviel man möchte und dann kommt das Leben dazwischen. Und vielleicht hatte das Universum ja auch andere Pläne für mich.

Die Geburt von Hundewelpen

Das ist eigentlich einer der wenigen Punkte auf meiner Liste, die tatsächlich zumindest zur Hälfte eingetreten sind. Es war jedoch nicht Püppi, sondern eine kleine Chihuahua-Dame aus der Nachbarschaft, der ich bei der Geburt ihrer Welpen helfen durfte. Auch wenn das jetzt schon ein halbes Jahr her ist, trotzdem einer der schönsten Momente des Jahres 2018 war, als der zweite Welpe lebendig das Licht der Welt erblickt hat. Nachdem der erste tot geboren wurde, spürte ich wirklich unendliche Dankbarkeit, als ich die Bewegungen des zweiten in der Hand bemerkte und er quietschend an die Milchbar kroch. Diesen Moment werde ich wohl nie vergessen.

Über die Vorbereitungen zur Hundegeburt, wie es dann tatsächlich abgelaufen ist und die Entwicklung der Welpen habe ich in diesen Beiträgen festgehalten.

Wir ham jetz auch Internet

Eins der größten Dauerthemen 2018 war die Frage nach einem ordentlichen Internetanschluss. Einige sarkastische Kommentare zu dem Thema konnte ich mir ja in den Blogbeiträgen hin und wieder nicht verkneifen. Wie dem auch sei, das Thema hat ein Ende. Seit dem 29.11.18 ist unser kleines Dorf am Arsch der Welt mit dem Rest der Zivilisation verbunden. So wirklich kümmern tut das keinen, außer in unserem Haushalt wird wahrscheinlich nirgendwo so viel über diese Innovation rumgewundert.

Die Tatsache, dass eine Internetverbindung für mich nun nicht mehr entweder einschläfernd langsam und unzuverlässig oder unverschämt überteuert ist, bedeutet nun auch, dass ich viele der Dinge, die ich für 2018 geplant hatte, endlich umsetzen kann. Videos zum Beispiel oder einfach nur meinem Lieblingsrudel bei Facebook und Instagram folgen und aktiv an deren Leben teilhaben.

Und so kommt es, dass wir uns seit ca. 6 Wochen immer wieder selbst ertappen, wie wir ein Video bei YouTube in HD gucken und den Raum verlassen. Einfach weil wir es können. Alle, die ländlich wohnen und ähnliche Probleme haben, werden verstehen was ich meine. 😉

Andere für das akzeptieren, was sie sind

Es gibt viele Eigenschaften, die ich an Hunden mag und eine, die wohl meine liebste ist, ist dass Hunde alles und jeden so nehmen wie er/sie ist. Sie behandeln Menschen nicht anders, nur weil sie bestimmte Statussymbole besitzen, in der Vergangenheit sonstwas erreicht haben oder eine bestimmte Zahl auf dem Kontoauszug steht. Sie erkennen auch sehr schnell, mit welchen sie spielen wollen und wen sie ignorieren.

Schon länger beschäftigt mich die Frage, wie man den Umgang zwischen Hunden auf das Verhalten mit anderen Menschen übertragen kann. Besonders im letzten Jahr bin ich mit einigen sehr unterschiedlichen Weltanschauungen konfrontiert worden. Diese sind teilweise das komplette Gegenteil von meinen Ansichten und ich muss zugeben, dass es manchmal leichter und manchmal schwerer war, diese Macken der anderen zu akzeptieren. Allerdings hat mich ein Ereignis an Silvester gelehrt, dass ich doch in diesem Punkt mittlerweile einiges gelernt habe. Noch vor einem Jahr hätte ich in einer ähnlichen Situation komplett anders reagiert. Ich habe begonnen zu akzeptieren, dass man andere nicht ändern kann, genauso wie ich mir von anderen nicht sagen lasse, wie ich mein Leben zu leben habe.

Ich möchte also auch weiterhin die Menschen und Tiere für das annehmen, was sie sind. Denn es gibt schon genügen Leute, die andere von ihrer Meinung überzeugen wollen und dabei mehr oder weniger aggressiv vorgehen. Es gibt auf dieser Welt einfach genauso viele Lebensauffassungen wie es Menschen gibt und nur, weil jemand andere Erfahrungen gemacht hat als ich, macht ihn das weder zum Experten mit der einzig wahren Lösung noch zum Totalversager, der sein Leben nicht auf die Reihe bekommt. Hunde erkennen, ob jemand zum Rudel passt oder nicht und reagieren entsprechend, meist indem sie denjenigen ignorieren bzw. meiden. Man muss nicht jedem sagen, was man von ihm hält und kann trotzdem höflich sein. Man muss sich aber auch nicht mit Leuten umgeben, die nicht zum eigenen Lebensstil passen.

Sich selbst nicht so wichtig nehmen

Noch etwas, das ich immer wieder von Hunden lerne: Nimm dich selbst nicht so wichtig! Du bist nicht das Zentrum des Universums und eigentlich ist es doch egal, was die Frau auf dem Supermarktparkplatz sagt, wenn man Anlauf nimmt und mit dem Einkaufswagen Richtung Auto fährt. Ich finde, auch mit fast 40 Jahren darf man das noch. Meinen Hunden ist es auch egal, ob sie sich zum Honk machen oder nicht. Manchmal steht der Spaß im Vordergrund und so kann man auch mal wie bescheuert über die Wiese spacken und sich dann superintelligent beim Sprung über einen Baumstamm verschätzen und auf die Fresse packen.

Wenn überhaupt, ist ihnen das nur kurz peinlich und dann geht´s weiter als wäre nichts passiert. Bei Püppi wird meist ausdrücklich die Krone gerichtet, indem sie jeden, der lacht mit einem verächtlichen Blick bestraft. Doch im nächsten Moment hat sie schon wieder etwas anderes, das ihre Aufmerksamkeit anzieht. Und damit ist das, was eben noch war, vergessen.

Und ich finde, wir sollten auch wieder mehr wie unsere Hunde werden, die uns mit ihren kindlichen Albernheiten den Tag versüßen. Wen interessiert es schon, was die anderen Kunden im Supermarkt sagen, wenn sie einen auf dem Einkaufswagen durch die Gänge fahren sehen? Im Idealfall haben sie etwas zu lachen oder etwas zu erzählen. Mit Anlauf auf in den Spaß!

Mein Fazit zu 2018

Politisch und gesellschaftlich war 2018 ein sehr lautes Jahr. An allen Ecken sah man Verrückte, Dummschwätzer und Weltverbesserer um die Aufmerksamkeit der gemeinen Masse schreien – und sie hatten in vielen Fällen Erfolg. Manchmal ärgere ich mich, dass so viel Dummheit durch die Welt zu schwirren scheint und irgendwie hat man doch manchmal das Gefühl, die Zivilisation hätte ihren Zenit überschritten. Und genau dort liegt wieder der Vorteil, wenn man am Ende der Welt lebt und noch nicht mal ordentliches Internet hat. Man bekommt von dem ganzen Mist weniger mit und hat somit mehr Zeit, sich auf sich selbst zu konzentrieren und etwas mehr Glück im Leben zu finden.

Insofern denke ich, 2018 war für uns als Rudel eher so ein Einleben in das neue Leben auf dem Bauernhof in the middle of nowhere. Wir haben uns hier im Haus sehr gut eingelebt und auch teilweise schon unseren eigenen Stempel aufgedrückt. Oder wie Murdoch sagen würde: Schon mal die wichtigsten Ecken markiert. Wir haben die Dorfgemeinschaft besser kennen gelernt und uns vielleicht auch schon ein Plätzchen hier gesichert. So ganz weiß man ja nie, was die Leute über einen denken. Und für uns Menschen mit am Wichtigsten für das Berufsleben im Home Office: Unser Dorf ist eines der ersten in der Gegend mit schnellem Glasfaser-Internet. Auch dafür muss man dankbar sein.

Vielleicht war es mehr ein Jahr der Re-Organisation und weniger der großen, aufregenden Veränderungen. Und auch wenn es wie im Sturm verflogen ist, bin ich doch zufrieden mit meiner Ausbeute an Gründen, dem Jahr dankbar zu sein. Ich bin mir sicher, es hat den Grundstein für ein tolles 2019 gelegt. Ich bin gespannt…

Hast du einen Jahresrückblick gemacht? Welche Momente aus dem vergangenen Jahr sind für dich besonders schön oder welche Lektionen hast du gelernt? Wenn du wissen willst, wie es 2019 für uns weiter geht, dann folge uns bei Facebook, Instagram und Pinterest. Willkommen im Lieblingsrudel! ♥


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