Klimawandel, Seuchen, Spaltung der Gesellschaft – geht die Menschheit vor die Hunde? Fragt man Experten haben wir vielleicht noch bis Mitte des Jahrhunderts Zeit, bevor endgültig das Licht aus geht. Hört man Sprüche von Durchschnittsmenschen oder liest Kommentare in den (a)sozialen Medien könnte man glauben, es wäre tatsächlich jegliche Hoffnung verloren. Mir geht das gewaltig auf den Kranz! Deshalb heute mal ein paar persönliche Gedanken.

Die Menschheit ist Schuld

Wir sind überbevölkert, verschmutzen die Natur und zerstören unsere Umwelt. Das ist das gängige Narrativ, das selbst von liebevollen Menschen mit absoluter Überzeugung verbreitet wird. Ich habe Stimmen gehört, die sagen, die Menschheit muss reduziert werden. Und diese Äußerung, oft ohne Verstand getroffen, stellt mir die Nackenhaare auf. Meine Frage: Mit wem willst du anfangen? Wer ist deiner Meinung nach nicht gut genug, um weiter zu leben? Die Parasiten, die nichts zu unserer Gesellschaft beitragen? Die Alten, die Schwachen, die Querulanten? Wer trifft die Auswahl und was ist, wenn es dich oder einen deiner Lieben trifft? Und wenn du dieser Meinung bist, warum gehst du dann nicht mit gutem Beispiel voran? Nein, das soll kein Aufruf sein…

Ich habe viel nachgedacht in den letzten zwei Jahren. Und ich weigere mich, diesen Behauptungen Glauben zu schenken. Ich kann nur von mir und meinem direkten Umfeld reden, aber ich persönlich liebe die Natur. Ich versuche, mit Tieren, Pflanzen und allen anderen Lebewesen auf Augenhöhe und liebevoll zu kommunizieren. Ich vermeide Plastik wo es geht, was nicht immer einfach ist. Wo Bio-Blumenkohl aus Portugal in Plastik eingeschweißt günstiger ist als der heimische, läuft etwas gewaltig falsch. Ich informiere mich über natürliche Heilmethoden, statt einfach irgendeinen Pharmabrei in mich rein zu schütten. Und ich kenne viele Menschen, die das ebenfalls tun.

Schuld ist ohnehin ein Thema, das mich in den letzten Monaten stark beschäftigt hat. Schuld und die Angst davor, an etwas Schuld zu sein. Gerade bei uns in Deutschland spielt die Schuld-Frage eine immens große Rolle. Warum ist das so? Was macht Schuld mit dir? Wie stark hemmt dich die Angst vor Konsequenzen in dem, was du wirklich sein könntest?

Schuld hält uns klein. Sie drückt einen Deckel auf unser inneres Potenzial, großartig zu sein. Sie kategorisiert Menschen und sorgt dafür, dass andere (die sich ihrer Schuld nicht bewusst sind) sich moralisch über denjenigen stellen. Von oben herab auf andere zu schauen gibt uns das Gefühl, etwas Besseres zu sein. Zumindest für einen kurzen Moment. Aber: Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.😉

Klimawandel, Seuchen, Hungersnöte

Klimawandel – witziges Wort, das vielen einen kalten Schauer über den Rücken jagd. Genau genommen wandelt sich das Klima immer! Wir haben in der Geschichte der Erde schon immer wärmere Zeiten erlebt, genauso wie Eiszeiten. Ein steter Wandel, wie das Leben selbst. Völlig natürlich und ohne unser Zutun.

Aber es ist natürlich auch nicht von der Hand zu weisen, dass wir ordentlich Müll produzieren auf unserem Planeten. Und dass dieser nicht so recycelt wird, wie man uns gern weiß macht, ist auch klar. Besonders in den letzten zwei Jahren hat sich dank täglicher Plastik-Tests und Staubschutzmasken ein gigantischer Müllberg entwickelt. Ist der in Ordnung, weil es ja hier angeblich um unsere Gesundheit geht? Wenn kommende Generationen irgendwann unsere Relikte ausbuddeln werden sie sich an den Kopf greifen, wie man damals so kurzsichtig sein konnte.

Es gibt Alternativen zu Plastik! Einige besonders nachhaltige Hundternehmen zeigen es bereits auf. Man kann plastikähnliche Stoffe auch z.B. aus Hanf herstellen. Muss man aber nicht, wenn einem der Profit mehr am Herzen liegt als das Wohl unserer Umwelt. Man muss auch nicht alles in Plastik einpacken. Mein Lieblingsbeispiel sind die Bananen im Supermarkt, die zum Abwiegen noch in eine kleine Plastiktüte gesteckt werden. Immerhin braucht man etwas, wo man den Preis draufkleben kann. Bananen sind technisch gesehen schon von Natur aus verpackt. Clevere Sache, oder? Den Rest überlasse ich deiner Bewertung.

Dann noch die Nummer mit dem CO2… Bislang konnte mir noch niemand erklären, was genau an CO2 jetzt so schlimm ist. Okay, die Schulzeit ist bei mir schon ein paar Jahrzehnte her, aber in Biologie war ich immer gut. Dort hab ich gelernt, dass CO2 wichtig ist für die Pflanzen, die mit Hilfe der Photosynthese das böse CO2 in Sauerstoff umwandeln. In meiner Logik sieht das so aus: Wenn wir jetzt CO2 einsparen und ohnehin schon zu wenig Grünflächen in den Städten haben, was bleibt dann als Nahrung für die noch existierenden Pflanzen?

Der Mensch hat nur ein Problem: Seine Rudelführer!

Ich weiß, ich lehne mich weit aus dem Fenster mit meiner Behauptung, aber: Nicht wir einfachen Menschen sind Schuld an den Problemen der Welt, sondern die Inkompetenz (oder der Unwillen) unserer vermeintlichen Rudelchefs. Und ich sage „vermeintlich“, weil ich mich mit der Politik nicht identifiziere und deshalb auch niemandem das recht gebe, über mich und mein Lieblingsrudel zu entscheiden.

Wenn ich mich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis umschaue, sehe ich nur Menschen, denen ihre Umwelt am Herzen liegt. Ich sehe Vegetarier bzw. Veganer, Natur- und Tierfreunde und Menschen, die zurück zu den Wurzeln wollen. Natürlich ist mein kleiner Mikrokosmos kein Maßstab für die große weite Welt da draußen, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand die Zerstörung unseres Lebensraumes aus purer Bequemlichkeit so hin nimmt. Zumindest nicht in dem Ausmaß, wie es uns gern unter geschoben wird.

Was ich aber sehe, sind Politiker und Firmenbosse, denen der Profit wichtiger ist, als die Nachhaltigkeit. Die Politik gibt vor, wie wir leben. Auch wenn es ursprünglich anders herum gedacht war. Nämlich dass wir der Politik sagen, wie wir es gern hätten. Aber davon können wir im Moment nur träumen. Finanzielle und machtpolitische Interessen stehen ganz oben auf der Agenda der Regierenden.

Was wird 2022?

Wie geht es dir in den letzten zwei Jahren? Was hat die aktuelle Krise, Angst und Panikmache mit dir und deinem Rudel gemacht? Mich hat sie sehr verändert, diese verrückte Zeit. Aber ich bin dankbar, dass ich sie miterleben darf. Denn diese Krise, die eigentlich nur die Spitze des Eisberges ist, hat uns gezwungen, uns selbst mehr zu reflektieren. Und bei wem sie das noch nicht gemacht hat, der kommt noch an die Reihe. Das ist so unvermeidlich, wie das Amen in der Kirchen. Aber lassen wir die Kirche im Dorf und lieber raus aus dem Thema. Sonst muss ich noch einen ganzen Roman schreiben.

Wenn du mich fragst, wird 2022 ein großartiges Jahr für alle Menschen, die sich selbst erkannt und gelernt haben, für sich einzustehen. Es wird herausfordernd, keine Frage. Aber ich bin überzeugt davon, dass es uns persönlich und als Menschheit zu einem ganz anderen Bewusstsein für uns und unsere Umwelt verhelfen wird. Ich an es kaum erwarten, jeden einzelnen Moment in diesem Jahr so bewusst wie möglich zu genießen. Fühlst du diese positive Energie auch schon?