Buchtipp

"Das Wunder der Bindung" von Jochen Bendel

Rezension Das Wunder der Bindung von Jochen Bendel

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Heute möchte ich dir “Das Wunder der Bindung” von Jochen Bendel ans Herz legen. Das Thema Bindung zwischen Mensch und Hund ist für mich ja auch eines der Wichtigsten, gerade mit zwei Hunden in meinem Lieblingsrudel. Ich habe das Buch verschlungen und konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Im Buchtipp verrate ich dir, warum es eigentlich in jedes Bücherregal von Hundefreunden gehört.

Vor ein paar Wochen landete “Das Wunder der Bindung” von Jochen Bendel ganz überraschend in unserem Briefkasten. Ich fand das super, denn ich hatte schon auf seinem Instagram-Account gesehen, dass Jochen sein erstes Hundebuch herausbringt. Als ich es aufschlug war sogar eine Widmung für das Lieblingsrudel darin. Vielen lieben Dank, Jochen!

Vielleicht ist dir der Name Jochen Bendel noch ein Begriff. Ich habe früher (als ich noch zur Schule ging) Nachmittags immer seine Spielshow “RuckZuck” gesehen. Offensichtlich hat sich bei ihm in der Zwischenzeit viel getan, denn er hat eine Ausbildung zum Hundetrainer gemacht und moderiert nun u.a. Sendungen wie “Haustier sucht Herz” bei Sat1 Gold. Vor Kurzem hat er verschiedenen Tierschutzprojekten den “goldenen Fressnapf” verliehen und auch sonst engagiert er sich sehr für Hunde und ein entspannteres Leben mit ihnen.

Das Wunder der Bindung mit persönlicher Widmung von Autor Jochen Bendel

Was ist "Das Wunder der Bindung"?

Also erst einmal: Es ist KEIN Buch über Hundeerziehung! Dich erwartet also nicht der x-tausendste Ratgeber, wie du deinen Hund trainierst. Vielmehr geht es um die Bindung zwischen uns und unseren Hunden und die hat nur selten etwas mit Erziehung oder Training zu tun. Jochen selbst beschreibt Bindung als den “Superkleber für jede Mensch-Hund-Beziehung”, die nicht nur im Alltag so viel aus macht, sondern auch bei der Erziehung enorm helfen kann.

Jochen Bendel beschreibt die 5 Säulen der Bindung, die ich so nur absolut bestätigen kann:

1. Liebe und Vertrauen

Dazu gehört, dass wir uns mit den Bedürfnissen unserer Hunde beschäftigen und nicht nur versuchen, die Vierbeiner in unseren Tagesablauf irgendwie zu integrieren. Wir erwarten oft, dass die Hunde sich uns anpassen und vergessen dabei gelegentlich, dass auch sie Bedürfnisse haben, die sich mitunter mit unseren eigenen nicht ganz decken. Wenn sie sich in unseren Augen daneben benehmen, schimpfen wir. Viele Hundehalter versuchen noch nicht einmal, dem Ganzen auf den Grund zu gehen, was mit ein wenig Verständnis und Einfühlungsvermögen eigentlich oft gar nicht so schwer wäre.

Die Frage ist also, wie dein Hund die Welt sieht. Wofür lässt er sich begeistern und was motiviert ihn? Schimpfe weniger, sondern zeige deinem Hund lieber ein Alternativverhalten, vielleicht sogar, indem du in Hundesprache (also körpersprachlich) mit ihm kommunizierst. Damit zeigst du deinem Hund nicht nur, dass du ihn liebst, sondern auch, dass er dir vertrauen kann.

Vertrauen ist eine sehr wichtige Basis für jede Form von Beziehungen, auch die zwischen uns und unseren Hunden. Deshalb solltest du jede Möglichkeit nutzen, deinem Hund zu zeigen, dass du für ihn ein verständnisvoller und verlässlicher Ansprechpartner bist.

2. Schutz und Sicherheit

Der Mensch soll Rudelchef sein. Diesen Spruch hast du wahrscheinlich auch schon mal gehört. Leider haben viele Hundehalter immer noch ein völlig falsches Bild von einem souveränen Rudelführer. Es geht nicht darum, den großen Macker raushängen zu lassen, der alle “Untergebenen” unterdrückt, sondern vielmehr als Vorbild zu agieren. Dazu gehört nicht nur, für Strukturen und Rituale im Alltag und die allgemeine Sicherheit des Rudels zu sorgen, sondern vor allem auch die artgerechte Förderung jedes einzelnen Hundes.

Ein Rudel ist ein Team! Jedes Rudelmitglied hat andere Stärken und Schwächen, die ein guter Rudelchef individuell zu nutzen und zu fördern weiß. So hat jeder seinen festen Platz und Aufgabenbiete im Rudel und kann so dazu beitragen, gemeinsam ein tolles Leben zu haben. Als guter Rudelchef solltest du also nicht reagieren, wenn dein Hund etwas tut, sondern aktiv agieren und die grobe Fahrtrichtung vorgeben. Das ist vor allem bei Hunden wichtig, die noch nicht so lange bei dir leben oder aus dem Tierschutz kommen und Probleme haben, z.B. Angst oder Aggression.

3. Verständnis für den anderen

Unsere Hunde sind Meister darin, ihre Menschen zu beobachten. Sie haben ja auch mehr als genug Zeit, immerhin verbringen sie einen Großteil des Tages damit, darauf zu warten, dass wir uns mit ihnen beschäftigen. Sie haben keine Arbeit, Haushalt, Fernsehen oder Handy, mit dem sie sich ablenken können. Weil sie dadurch mehr Zeit haben, sich mit uns zu beschäftigen, lernen die meisten Hunde sehr schnell die menschliche Körpersprache und wie wir ticken.

Auf der anderen Seite verlieren wir oft aus den Augen, dass Hunde keine Menschen sind und andere Bedürfnisse haben, denen wir manchmal nicht so gut gerecht werden können. Gerade in der Pubertät des Hundes kommt es oft zu ungenutzten Chancen, eine nachhaltig gute Bindung aufzubauen, indem man dem Pubertier z.B. ganz viel Verständnis, Halt und Sicherheit entgegen bringt.

4. Kommunikation zwischen Hund und Mensch

Am besten fand ich hier die Aussage “Kommunikation ist keine Einbahnstraße” – das sage ich auch immer wieder! Auch wenn ich zu den Hundehaltern gehöre, die gern in ganzen Sätzen mit ihren Fellnasen reden, ich weiß aber, dass die wirklich wichtigen Dinge keiner großen Worte bedürfen. Wenn ich ernsthaft etwas von meinen Hunden möchte, versuche ich das in Form von Körpersprache umzusetzen. Das verstehen sie deutlich besser, als Schachtelsätze voller Signalworte, die aus dem Zusammenhang gerissen werden.

Dass wir manchmal den Eindruck haben, unsere Hunde könnten Gedanken lesen, liegt daran, dass sie unsere Körpersprache einfach viel besser verstehen, als Worte. Das gilt für den Welpen genauso wir für einen Hundesenior. Einen Schritt auf unsere Hunde zuzugehen und wichtige Sachen in einer für sie verständlichen Sprache zu kommunizieren, ist extrem wichtig für die Bindung.

Das Wunder der Bindung von Jochen Bendel
5. Gemeinsame Erlebnisse

Wenn unsere Hunde es sich aussuchen könnten, würden sie 24 Stunden am Tag mit uns zusammen sein. Leider geht das ja meist nicht, weil wir arbeiten müssen, im Haushalt zu tun haben oder ohne den Hund zu Verabredungen gehen. Die gemeinsame Zeit, die du zusammen mit deinem Hund hast, solltest du deshalb so schön wie möglich gestalten. Gemeinsam aktiv zu sein und Dinge zu erleben, schweißt unheimlich zusammen.

Gerade in diesem Kapitel gibt Jochen Bendel tolle Tipps, wie selbst die langweiligste Gassirunde ganz viel Spaß und Abenteuer für dich und deinen Vierbeiner bedeuten kann. Setz auf Teamwork mit deinem Hund, motiviere ihn, halte mit deinem Lob und Anerkennung nicht zurück und fördere ihn nach seinen Talenten. Dann wird er dich vergöttern!

Die Bindung in der Mehrhundehaltung

Die Erfahrungen, die Jochen Bendel mit seinem eigenen kleinen Rudel beschreibt, haben mich besonders fasziniert. Er erzählt sehr anschaulich über seine eigenen Erfahrungen und Probleme, die mit dem Einzug des Zweithundes für ihn entstanden. Da konnte ich Parallelen ziehen zu der Zeit, als die Püppi zu uns kam. Da war es teilweise schon schwierig, beiden Hunden gleich viel Aufmerksamkeit zu geben, weil Püppi (zu der Zeit gerade in der Pubertät) schon ein wenig nervtötend war und viel Aufmerksamkeit einforderte. Das ist auch heute noch so, deshalb muss ich immer aufpassen, dass Murdoch sich nicht verdrängen lässt und sich zurückzieht.

Das Zusammenleben mit zwei Hunden hat mir persönlich noch viel deutlicher gezeigt, dass Hunde nicht immer nur Kommandos empfangen und umsetzen wollen, sondern die Kommunikation auf Augenhöhe ein sehr wichtiges Werkzeug ist, um ein harmonisches Lieblingsrudel zu bekommen. Unsere Aufgabe als guter Rudelchef ist es also in erster Linie, gute Beziehungsarbeit zu leisten. Sonst können wir von unseren Hunden auch nicht erwarten, dass alles reibungslos klappt.

Mein Fazit zu "Das Wunder der Bindung"

Ich habe “Das Wunder der Bindung” fast verschlungen und konnte es kaum noch aus der Hand legen. Jochen beschreibt sehr unterhaltsam und reflektiert seine eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse – nicht nur mit seinen eigenen Hunden, sondern vor allem auch bei den Hunden und Menschen, die zu ihm ins Training kommen. Ich mag Jochens Schreibstil, die selbstkritische Art und seinen Humor.

“Das Wunder der Bindung” ist eine inspirierende Anregung für alle, die die Bindung zu ihrem Lieblingsrudel verbesern wollen. Gerade auch für Mehrhundehalter eine echte Empfehlung von mir!


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