Nicht jeder kann seinen Hund mit BARF ernähren und die Portionen seines Lieblings selbst zusammen stellen. Deshalb greifen viele Hundehalter auf Fertigfutter aus dem Supermarkt oder Fachhandel zurück. Doch was bedeuten die ganzen Inhaltsstoffe und Angaben der Hersteller? Wir verraten es dir.

Wie wichtig eine gesunde und ausgewogene Ernährung auch bei unseren Hunden ist, ist uns allen klar. Deshalb achten wir auf qualitativ hochwertiges Hundefutter. Doch im Dschungel der Futtersorten und Zusatzstoffe kann man schon mal den Überblick verlieren. Nachdem ich vor einiger Zeit ja bereits einen Artikel über die unterschiedlichen Deklarationen von Hundefutter veröffentlicht habe, erfährst du heute, was hinter den einzelnen Bezeichnungen steckt.

Alleinfutter: Kann, wie der Name schon sagt, im Prinzip allein gefüttert werden. Es enthält alle wichtigen Nahrungsbestandteile, die der Hund braucht, in einem ausgewogenen Verhältnis.

Antioxidantien: Sind natürliche oder synthetisch hergestellte Stoffe, die verhindern sollen, dass die im Trockenfutter enthaltenen Fette ranzig werden.

Aromastoffe: Diese werden zugesetzt, damit das Futter gut riecht. Zum einen darf es für unsere menschlichen Nasen nicht unangenehm riechen, auf der anderen Seite soll es aber den Hund dazu bringen, es zu fressen. Aromastoffe sind meist künstlich hergestellt und haben in gutem Hundefutter nichts zu suchen.

Bio-Hundefutter: Enthält nur biologisch angebaute pflanzliche Bestandteile und echtes Fleisch aus Bio-Viehzucht. Es sind keine künstlich hergestellten Zusatzstoffe enthalten. Wichtig ist auch, dass es sich beim Fleisch um echtes Fleisch handelt und nicht um Pressfleisch, Soja oder Schlachtabfälle.

Calcium-Phosphor-Verhältnis: Das sollte ausgewogen sein, idealerweise 1,2 : 1.

Chondroitin: Ein Vitalstoff, der aus Haifischknorpel gewonnen wird und die Gelenke schützen soll.

Dinatriumglutamat (und andere Glutamate): Dabei handelt es sich um Geschmacksverstärker, auf die dein Hund besser verzichten sollte. Geschmacksverstärker im Hundefutter sind ein Indikator dafür, dass der Hund das Futter ohne diese Zusatzstoffe vielleicht nicht anrühren würde. Glutamate sind außerdem häufig Auslöser von Futterunverträglichkeiten.

Emulgatoren: Verbinden Fett und Wasser und sind eher unschädlich.

Ergänzungsfutter: Das sind Futtermittel, die nur ergänzend z.B. zum Frischfleisch oder der Nassnahrung dazu gegeben werden können. Davon allein kann der Hund nicht leben. Das können z.B. Getreide- oder Gemüseflocken sein oder Vitamine und Mineralstoffe.

EU-Zusatzstoffe: Hierbei handelt es sich um einen Sammelbegriff für alle deklarationspflichtigen Zusatzstoffe. Das können z.B. Konservierungsstoffe, Emulgatoren, Antioxidantien oder künstliche Farbstoffe sein. Eine vollständige Liste findest du unter www.oekotest.de. Auf Hundefutter mit E-Stoffen solltest du verzichten, da sie häufig Allergien auslösen.

Farbstoffe: Sind im Hundefutter eigentlich nicht nötig, sondern werden aus reinen Marketinggründen eingesetzt. Im Trockenfutter oder bei herkömmlichen Leckerlies gibt es solche Farbstoffe, um uns Menschen vorzugaukeln, dass ein orangefarbener Futterbrocken Möhren oder anderes Gemüse enthält.

Feuchtigkeit: Trockenfutter hat zwischen 7% und 9% Feuchtigkeit, während sie im Nassfutter bis zu 80% betragen kann. Halbfeuchtes Trockenfutter hat um die 23% Restfeuchtigkeit.

Fleischige Brocken: Wer jetzt an eine Art Gulasch denkt, liegt falsch. Hierbei handelt es sich um zerkleinertes Fleisch und Getreide, das dann in Form gepresst wurde. Die Antwort darauf, wie man bei herkömmlichem Hundefutter mit fleischigen Brocken teilweise so viel Getreide untermischen kann, dass es an erster Stelle der Zutatenliste steht.

Glucosamin: Ein Amonizucker, der wichtig für das Wachstum ist und Knorpel und Gelenke unterstützt. Es kann Hüft- und Ellenbogendysplasie vorbeugen.

Junior: Eine Futterbezeichnung, die speziell auf die Bedürfnisse von Welpen und jungen Hunden abgestimmt ist und meist bis zum Ende des 1. Lebensjahres gefüttert wird. Bei großen Rassen sollte man sich jedoch genauer informieren, da es hier nicht immer ratsam ist, spezielles Juniorfutter zu füttern.

Kräuter: Wie bei uns Menschen, haben manche Kräuter auch bei Hunden gesundheitliche Vorteile. Dazu habe ich eine separate Liste mit Kräutern, die du ins Hundefutter geben kannst.

Lysin und Methionin: Aminosäuren, die auch eine Aussage über die Qualität des verwendeten Fleisches geben. Je höher der natürliche Gehalt im Fleisch, desto hochwertiger ist es.

Mindesthaltbarkeitsdatum: Zeigt an, wie lange die enthaltenen Vitamine bestehen bleiben. Diese zerfallen relativ schnell und auch die enthaltenen Fette werden nach einer gewissen Zeit ranzig.

Mineralstoffe: Dabei handelt es sich um Kalium, Kalzium, Magnesium, Natrium, Phosphor (Phosphat) und Chlor (Chlorid). Bei vielen Fertigfuttersorten sind diese hinzugefügt, da die natürlichen Mineralstoffe der Zutaten oft beim Herstellungsprozess verloren gehen.

Naturidentisch: Ist einfach nur ein schönes Wort für synthetisch hergestellte Zusatzstoffe. Pures Marketing!

Pflanzliche Eiweißextrakte: Kann z.B. Soja sein, auf das manche Hunde allergisch reagieren.

Qualität: Diese erkennst du oft am Preis, denn höhere Qualität ist nun einmal teurer. Trotzdem lohnt es sich genau hinzuschauen, auch bei sehr teurem Hundefutter. Wenn die Inhaltsstoffe nicht überzeugen, bezahlst du praktisch nur die hübsche Verpackung und bekommst trotzdem kein gutes Futter.

Rohasche: Eine Angabe für die Mineralstoffe die übrig bleiben, wenn man das Futter bei 600 °C verbrennt.

Rohfaser: Das sind unverdauliche Ballaststoffe, die der Hund aber teilweise zur Verdauung benötigt.

Senior: Spezielles Futter, das auf die Bedürfnisse von älteren Hunden ausgelegt ist. Gerade hier empfiehlt es sich jedoch, den wirklichen Nährstoffbedarf zu ermitteln, damit ein Hund auch im Alter lange gesund bleibt.

Soja: Dabei handelt es sich um pflanzliches Eiweiß, das gern zugesetzt wird, weil es billiger ist als tierisches Eiweiß. Hier ist Vorsicht geboten, da es Allergien auslösen kann.

Spurenelemente: Das sind z.B. Eisen, Zink, Fluor (Fluorid), Jod, Schwefel (Sulfat), Kobalt, Kupfer, Mangan und Selen. Wie bei den Vitaminen und Mineralstoffen werden diese häufig dem Futter zugesetzt, da die natürlichen Stoffe beim Herstellungsprozess verloren gehen.

Tiermehl: Manche Hersteller haben offensichtlich noch nie etwas von BSE gehört und auch die Politik scheint das schon wieder vergessen zu haben. Im Hundefutter sind Tiermehle immer noch nicht verboten.

Tierische Nebenprodukte: Hier solltest du hellhörig werden, denn dabei handelt es sich um Fell, Hufe, Knochen, Federn, Krallen oder ähnliche Körperteile, die für die Ernährung deines Hundes keine besonders große Rolle spielen. Dafür eignen sie sich hervorragend als billige Füllstoffe und mit einem geheimnisvollen Namen fällt das meist niemandem auf.

Vitaminzusätze: Auch diese werden häufig zugefügt, weil die natürlichen Vitamine im Herstellungsprozess verloren gehen.

Welpenfutter: Ein sehr energiereiches Futter, das bis maximal zum 7. Lebensmonat gefüttert werden sollte und auf die Bedürfnisse von Welpen abgestimmt ist. Für große Rassen kann es unter Umständen zu energiereich sein, da durch ein zu schnelles Wachstum die Knochen und Gelenke langfristig in Mitleidenschaft gezogen werden können.

Zusatzstoffe: Sind in allen Fertigfutter-Sorten enthalten, da es sich einfach nicht anders machen lässt. Achte darauf, dass so wenig Zusatzstoffe wie möglich enthalten und diese auf natürlicher Basis sind.

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