Ich stehe hin und wieder vor der Frage, wo ich meine Hunde unterbringe, wenn ich mal ohne sie verreisen muss. Meistens ist es eine Geschäftsreise oder ein Kurztrip nach Schottland zur Familie des Lieblingsherrchens. Doch wohin mit den Hunden, wenn man ihnen den Streß einer solchen Reise nicht antun will? Heute gibt es deshalb von uns ein paar Tipps, wie wir den richtigen Dogsitter finden und wie ich die Hunde darauf vorbereite.

Ich muss sagen, es ist schon eine besondere Herausforderung, wenn man zwei Hunde für die Zeit der eigenen Abwesenheit unterbringen möchte. Mit einem Hund findet man meist leichter jemanden im Familien- oder Bekanntenkreis, der sich dazu bereit erklärt, auf die Fellnase aufzupassen. Mit zwei Hunden, besonders wenn sie so groß sind wie Murdoch und Freya, wird es da schon schwieriger. Denn ich brauche eigentlich immer jemanden, der sich mit Hunden auskennt und sie gut führen kann. Auch wenn beide gut erzogen sind und sogar noch besser hören, wenn sie irgendwo zu Besuch sind, ist es nicht für jeden etwas, mit zwei Schlachtschiffen durch die Gegend zu ziehen. Zumal Murdoch auch nicht immer so einfach ist, wenn es z.B. zu Begegnungen mit anderen Rüden kommt.

Den richtigen Dogsitter finden

Am besten ist es für den Hund immer, wenn er bei jemandem bleiben kann, den er bereits kennt und wo eine Vertrauensbasis besteht. Im Idealfall hat diese Person bereits Erfahrung mit Hunden, kommt mit deinem gut klar und weiß, wie er tickt. Die beiden sollten sich also gut verstehen und zueinander passen. Wenn du einen sehr aktiven und sportlichen Hund hast, ist es beispielsweise nicht die beste Idee, ihn einem älteren Familienmitglied anzuvertrauen, das vielleicht nicht mehr so gut zu Fuß ist und dem Hund nicht die nötige Auslastung geben kann. Genauso kann es sehr stressig für einen ruhigen, älteren Hund sein, wenn er sich plötzlich in das turbulente Leben einer Familie mit kleinen Kindern integrieren soll.

Am wichtigsten ist es, dass du deinen Hund in die Hände von jemandem gibst, der seine Bedürfnisse versteht und erfüllt. Vielleicht hast du ja schon einen Dogsitter, der regelmäßig deinen Hund ausführt. Die beiden kennen und vertrauen sich. Frag doch mal nach, ob auch eine Urlaubsbetreuung möglich ist. Wenn dein Hund die Person bereits kennt, wird ihm der Abschied von dir leichter fallen.

Die private Unterbringung des Hundes

Je weniger Veränderungen für deinen Hund, desto besser. Im Idealfall kann dein Hund in seiner gewohnten Umgebung bleiben, indem der Dogsitter für die Zeit einfach bei euch zu Hause einzieht. So muss sich dein Hund nicht an ein neues Umfeld gewöhnen und es fällt leichter, bereits bestehende Routinen, z.B. Futterplätze, Schlafplätze und Gassirunden, beizubehalten. Außerdem gibt es jemanden, der auf das Haus bzw. die Wohnung aufpasst.

Wenn es nicht möglich ist, dass der Dogsitter für die Zeit deiner Abwesenheit bei euch einzieht, kannst du deinen Hund aber vorab bereits an die neue Umgebung gewöhnen. Besuche deinen Dogsitter einige Male und dreht gemeinsam eine Runde. Ihr könnt auch schon einen Platz für die Wasser- und Futterschüssel deines Hundes festlegen und ihm eine Decke an die Stelle legen, wo er später auch schlafen soll. Wenn du deinem Hund die Gelegenheit gibst, sich vorher mit der neuen Umgebung vertraut zu machen, wird ihm die Trennung leichter fallen.

Den Hund in einer Tierpension unterbringen

Zu dem Thema Hundepension und wie du deinen Hund am besten darauf vorbereitest, habe ich hier schon mal einen ausführlichen Beitrag geschrieben. Viele der Punkte in diesem Artikel kannst du aber auch darauf verwenden, wenn dein Hund privat untergebracht ist.

In unserem Fall ist es immer schwierig, geeignete Freunde und Familienmitglieder zu finden, die in unserer Abwesenheit auf die beiden Spacken aufpassen. Meine Eltern haben Katzen, die fallen also raus. Freyas ehemalige Besitzerin hat nun selbst wieder einen Hund und nur eine kleine Wohnung. Dort dürfte das Ganze im Chaos enden, zumindest bis sich alle Hunde aneinander gewöhnt haben. Sonstige Freunde und Bekannte in der Gegend fallen raus, weil es doch ein bißchen Hundekenntnis erfordert, wenn man mehrere Hunde versorgen soll. Deshalb komme ich leider nicht drum herum, die beiden in eine Tierpension zu geben.

Bevor du deinen Hund in einer Tierpension unterbringst, solltest du dir diese vorab anschauen und dich erkundigen, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Dazu gehören meistens auch die aktuellen Impfungen, die du ggfs. schon Wochen vorher auffrischen solltest. Stelle deine Fragen und erzähle ein bißchen über die Gewohnheiten deines Hundes. Denn je weniger sich an seiner normalen Routine ändert, desto einfacher fällt ihm das “Einleben” in der Tierpension, aber auch bei einer privaten Pflegestelle.

Für weitere Infos zu dem Thema empfehle ich dir den Artikel, den ich oben verlinkt habe.

Welche Erwartungen werden an den Dogsitter gestellt?

Es ist wichtig, dass dein Dogsitter mit allen nötigen Informationen versorgt ist. Am besten schreibst du ihm die tägliche Routine deines Hundes auf einen Zettel, so dass nichts untergehen kann. Denn plötzlich einen Hund in seinen Alltag zu integrieren, besonders wenn man diesen nicht so gut kennt, ist schon eine Herausforderung an sich.

Ist dein Hund es beispielsweise gewohnt, morgens eine Stunde Gassi zu gehen, wird er sich mit einer 15-minütigen Pipirunde nur schwer zufrieden geben. Braucht er besonderes Futter oder Medikamente? Wann sind seine Futter-, Spiel- und Gassizeiten?

Eine Umstellung der Umgebung und Gewohnheiten kann für Hunde stressig sein. Es ist eine gute Idee für den Dogsitter, besonders in den ersten paar Tagen viel Gassi zu gehen und sich mit dem Hund zu beschäftigen, bzw. ihm mentale Aufgaben zu geben. So kann dein Hund überschüssige Energie loswerden und wird im neuen Haus leichter zur Ruhe kommen.

Wenn dein Dogsitter aus privaten oder beruflichen Gründen deinen Hund nicht ausreichend auslasten kann, dann hilf ihm und biete Unterstützung an. Dies kann zum Beispiel ein Gassiservice sein, der einmal am Tag deinen Hund mit auf eine große Runde nimmt. Dort bekommt er auch soziale Kontakte zu Artgenossen, denn viele professionelle Dogwalker nehmen meist mehrere Hunde mit auf die Gassirunden. Du kannst aber auch nach jemandem in der Nachbarschaft Ausschau halten, der mit deinem Hund spazieren gehen kann. Ich habe das in meiner Schulzeit selbst lange Jahre gemacht, weil ich keinen eigenen Hund haben konnte. So konnte ich sogar meine Angst vor Hunden kurieren. 😉

Stimme die Details ab

Genau wie Eltern, die ihrem Babysitter eine Checkliste mitgeben, solltest auch du eine für deinen Dogsitter bereit stellen.

  • Name, Adresse und Telefon deines Tierarztes
  • Impfpass
  • die Adresse der nächsten Tierklinik mit 24-Stunden-Notfallbetreuung
  • mögliche Medikamente, die dein Hund einnehmen muss mit Dosierung und Uhrzeit
  • Allergien
  • Fütterungsplan, Anzahl der Leckerchen pro Tag
  • Verhaltensprobleme
  • weitere wichtige Informationen
  • Chipnr. und Kontaktdaten, wenn dein Hund irgendwo registriert ist (z.B. bei Tasso)

Wenn dein Dogsitter sich mit Hunden nicht so gut auskennt oder nur wenig Erfahrung hat, ist es wahrscheinlich auch keine schlechte Idee, ihn über für Hunde giftige Pflanzen und Nahrungsmittel zu informieren. All diese Informationen machen es deinem Dogsitter einfacher, die Bedürfnisse deines Hundes bestmöglich zu erfüllen und werden auch in deiner Abwesenheit dazu beitragen, dass dein Hund glücklich, erfüllt und ausbalanciert ist.

Entspannt verreisen

Wenn der Tag gekommen ist, an dem dein Hund zu seinem Dogsitter zieht, mache ihm die Trennung möglichst einfach. Das bedeutet in erster Linie: Keine großen Verabschiedungen! Idealerweise ist es für deinen Hund das Normalste der Welt, dass er jetzt eine Weile bei dem Dogsitter bleiben muss. Hebe dir die Emotionen für das Wiedersehen auf!

Ich packe für Murdoch und Freya immer demonstrativ die Koffer, ohne unsere eigenen zu packen. Wir haben da nämlich ein ausgeklügeltes System: Wenn nur einer von uns Menschen seine Koffer packt bedeutet das, dass derjenige für ein paar Tage verreist. Der andere bleibt mit den Hunden zu Hause. Packen wir beide unsere Koffer, gibt es immer auch einen für die Hunde. Das bedeutet, dass wir gemeinsam in die Rudelferien fahren. Packen nur die Hunde ihre Koffer, heißt das, dass die beiden für ein paar Tage ins Ferienlager verreisen. Ich bilde mir ein, die Hunde kennen den Unterschied, aber sicher bin ich mir nicht.

In Hundepensionen ist es oft so, dass die Hunde viel Zeit im Zwinger verbringen und weniger Aufmerksamkeit als zu Hause bekommen. Es kann daher sein, dass dein Hund jede Menge aufgestaute Energie hat, wenn du ihn abholen kommst. Auch die Freude beim Wiedersehen kann deinen Hund übermütig machen, deshalb geht ihr am besten erst einmal eine große Runde Gassi. Wenn ihr dann nach Hause kommt, gib ihm etwas zu fressen und dann verzieht euch auf die Couch zum Kuscheln. Dein Hund wird wahrscheinlich genauso froh sein, wieder zu Hause zu sein, wie du. Das Auspacken der Koffer kann warten!

Und falls du Angst vor der Zeit ohne Hund hast, dann lies diesen Erfahrungsbericht 36 Stunden ohne Hunde! 😉

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2 Kommentare

Ines · 25. Oktober 2018 um 9:07

Wenn Zausel aus der Hundepension kommt, ist er nicht weniger ausgelastet, sondern völlig platt. Mit den anderen Hunden – es sind eher viele – kommt er wohl nicht zum Mittagsschläfchen und anderen Erholungspausen und erlebt so viele spannende andere Sachen, dass er am Tag danach immer noch müde ist.

Mein Tipp ist, den Hund regelmäßig mal einen Tag dorthin zu bringen, wenn er im Urlaub oder für ein paar Tage ab und mal dahin muss, weil es gewohnter für ihn ist. Das ist dann einfach ein weiterer Raum seines Universums.

    Franziska · 26. Oktober 2018 um 10:32

    Das spricht sehr für die Hundepension, die du ausgesucht hast. Meine beiden sind auch immer platt, aber ich hatte auch schon Fälle von aufgestauter Energie nach dem Aufenthalt in der Tierpension. Diese habe ich jedoch dann nicht wieder gebucht… Super Tipp übrigens, dem kann ich nur zustimmen! ♥

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