Als Hundehalter sind wir ständiger Beobachtung und Kritik ausgesetzt, wenn es um die Integration unserer Vierbeiner in die Gesellschaft geht. Haufen wegräumen, Hund an der Leine oder frei laufend, wie viel darf ein Hund bellen, bis er Mitmenschen nervt? Doch wie ist es eigentlich anders herum? Hier ein paar Dinge, die uns Hundehalter an unseren hundelosen Mitmenschen nerven!

Gerade gestern bin ich bei Facebook wieder über einen Knigge für Hundehalter gestoßen, in dem aufgezählt wird, wie wir uns in freier Natur rücksichtsvoll verhalten sollen. Am besten so, dass der Hund gar nicht erst auffällt. Dem stimme ich in den meisten Punkten auch absolut zu.

Doch jetzt, wo die Temperaturen wieder wärmer werden und es auch Menschen in die Natur zieht, die bei schlechtem Wetter sonst lieber zu Hause sitzen, als drei Gassirunden täglich durch den Park oder Wald zu machen, fallen auch mir wieder Dinge auf, bei denen ich mir etwas mehr Rücksicht durch unsere hundelosen Mitbürger wünschen würde. Und das nicht nur, weil ich mit meinen Hunden von deren Verhalten direkt betroffen bin, sondern auch weil ich finde, dass die Natur mit Respekt behandelt werden soll.

Hier ein paar Punkte, die in den Knigge für Menschen aufgenommen werden sollten:

  • Wälder, Wiesen und Parks sind öffentliches Eigentum! Sie gehören weder uns Hundebesitzern, noch den Menschmassen, die sich bei schönem Wetter auf den Wegen tummeln. Deshalb sollten wir uns alle gegenseitig respektieren und Rücksicht nehmen. Bedenke: Wir Hundehalter sind bei jedem Wetter draußen und nutzen das Gelände, das du bei Sonnenschein für dich allein beanspruchst!
  • Wer sich über Hundehaufen am Wegrand aufregt, sollte mal genauer hinschauen! Nicht immer kommen die Hinterlassenschaften aus einem haarigen Popo! Menschliche Haufen, schmutzige Windeln, benutze Kondome und allen möglichen anderen Dreck findet man in Gebüschen, in denen der Hund gern stromern geht. Hunde werden von so etwas magisch angezogen und lieben das Zeug. Ganz im Gegensatz zu mir...
  • Nicht jeder Hund möchte gern von Fremden angetatscht werden, auch wenn er noch so niedlich aussieht! Du würdest es ja auch grenzwertig finden, wenn ein Fremder auf der Straße begeistert quietscht und dein Gesicht knuddelt. Deshalb kann man ruhig den Besitzer fragen, ob es okay ist, Kontakt zu dem Hund aufzunehmen. Eine Frage von Anstand!
  • Dasselbe gilt übrigens auch für die Kombination Kind und Hund! Man tut gut daran, Kindern zu erklären, wie sie sich im Umgang mit Hunden verhalten sollen. Viele Unfälle mit Kindern könnten so von Vornherein vermieden werden. Die wenigsten Hund finden es zum Beispiel toll, umarmt zu werden. In der Hundesprache gilt solch ein Verhalten als extrem respektlos. Auch kneifen, an den Ohren oder am Schwanz ziehen und hohe Quietschtöne sind Dinge, die man Kindern abgewöhnen kann.
  • Fahrräder haben Klingeln und Bremsen! Nur, weil du beschlossen hast, dich mal wieder ein bißchen körperlich an der frischen Luft zu bewegen, heißt das nicht, dass jedes andere Lebewesen zur Seite springen und dir Platz machen muss. Die wenigsten Menschen haben Augen im Hinterkopf. Deshalb darf man gern auch mal auf sich aufmerksam machen, statt einfach um Haaresbreite vorbei zu rauschen.
  • Wenn du mit deinem Auto auf Feldwegen oder Spurbahnen unterwegs bist, musst du nicht zwangsläufig 80 km/h fahren. Neben Menschen mit ihren Hunden, gibt es im Wald auch noch andere Lebewesen mit denen man zusammenstoßen kann. Und die machen mitunter unschöne Beulen in Kotflügel...
  • Ein Hund, der ordentlich neben seinem Halter läuft (egal, ob mit oder ohne Leine) muss nicht automatisch angesprochen werden. Schnalz- oder Pfeifgeräusche müssen nicht sein, besonders wenn ein Hund sich gut erzogen verhält. Es ist egal, wie sehr du Hunde liebst, das hat etwas mit Respekt zu tun.
  • Wenn du mit deinem Auto auf Feldwegen oder Spurbahnen unterwegs bist, musst du nicht zwangsläufig 80 km/h fahren. Neben Menschen mit ihren Hunden, gibt es im Wald auch noch andere Lebewesen mit denen man zusammenstoßen kann. Und die machen mitunter unschöne Beulen in Kotflügel...
  • Reste von Grillparties oder Picknicks kann man wieder mitnehmen oder in einem Mülleimer entsorgen. Was man den ganzen weiten Weg vom Auto bis zum Grillplatz geschleppt hat, wird einen auf dem Rückweg doch wohl nicht überfordern, oder?

In einer Welt, in der jeder versucht, anderen vorzuschreiben, wie sie sich verhalten sollen, würde ich es toll finden, wenn jeder zuerst vor seiner eigenen Tür kehrt. Es ist immer einfach, z.B. uns Hundehaltern mit Knigges und Verhaltensregeln darauf aufmerksam zu machen, dass wir selbst Schuld sind an psychopathischen Hundehassern, die Giftköder auslegen. Dass Reste von Chicken Wings unter einer Parkbank für Hunde und wildlebende Tiere aber genauso gefährlich sind, wird dabei gern übersehen.

Also, ein bißchen mehr Toleranz und Rücksicht wäre auf allen Seiten wünschenswert. Einfach mal darüber nachdenken, wie die eigenen Handlungen andere Menschen oder die Natur beeinflussen können.

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4 Kommentare

Ursula Stern · 27. März 2018 um 21:57

Liebes Liebinglingsrudel, dieser Artikel bringst es auf den Punkt. Das sind unsere täglichen Probleme im zusammen leben der heutigen Zeit. VG Ursula Stern

    Franziska · 28. März 2018 um 12:08

    Danke, liebe Ursula! Ich denke, damit hat jeder Hundehalter zu kämpfen. Es wäre schön, wenn alle, die sich sonst über Hundehaufen und freilaufende “Köter” beschweren, sich zuerst mal an die eigene Nase fassen! Das würde sicher allen helfen, vor allem den Wildtieren. 🙂

Ines · 27. März 2018 um 19:51

Oh ja, was wäre ich dankbar für weniger Partyreste NEBEN dem Mülleimer an der Hundewiese …

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