Die Hunde sind zur Probenacht in der neuen Tierpension! Wobei der Begriff “Probenacht” ziemlich irreführend ist. Es sind nämlich eigentlich zwei Tage! Wie ich die Tortur ohne mein Lieblingsrudel überstanden habe, erfährst du hier. Und ja… Diesen Artikel darf man als therapeutische Maßnahme gegen die Entzugserscheinungen sehen.

Neuer Wohnort – neues Hundehotel! Es ist an der Zeit, sich nach einer vertrauenswürdigen Unterkunft für Murdoch und Freya umzuschauen, denn ab und zu (was ganz selten ist) müssen die Lieblingsrudel-Menschen auch mal ein paar Tage weg. Nicht immer lohnt es sich, die beiden Spacken mitzunehmen. Den Streß eines Fluges beispielsweise möchte ich ihnen einfach ersparen. Deshalb verbringen die Hunde heute eine Probenacht in einer Tierpension.

Probenacht – pffff! Das ist ja wohl sowas von untertrieben! Ich glaube, die sagen das, damit man bereitwillig zustimmt. Hab ich auch getan und die beiden eingebucht. Ich dachte: “Ja, da bringe ich die beiden da so gegen 17 Uhr hin und bin am nächsten Tag direkt morgens um 8 Uhr da und hole sie wieder. Das überlebe ich schon.”

Weit gefehlt! Ich sollte sie morgens um 8 Uhr bringen und erst am nächsten Tag gegen 15 Uhr wieder abholen. Das hatte ich mir anders vorgestellt. Meine verzweifelte Bitte nach einem guten Psychologen wurde mit einem Lacher quittiert. Dabei habe ich das Ernst gemeint!

Nun sind sie weg! Gerade bin ich zurück gekommen von der Hundepension. Das Haus fühlt sich sofort leer an. Es riecht außerdem erstaunlich gut. Aber das soll der einzige positive Punkt sein, den ich in den nächsten 36 Stunden bemerke.

Das Tagebuch des Grauens

Mittwoch 9.00 Uhr
Ich bin zurück und sitze mit depressivem Gesicht in der Küche. Lieblingsherrchen kommentiert, das könnte er nicht ertragen und verschwindet in sein Büro. Ich lege mich auf den Teppich hinter meinen Stuhl und versuche verzweifelt, ein paar Hundehaare einzuatmen.

9.15 Uhr
Fertig mit dem Frühstück und niemand saugt unter dem Tisch für mich. Ich lasse die Krümel liegen. Sonst fühlt es sich wie Stehlen an.

9.30 Uhr
Ich sitze seit 10 Minuten im Büro und ärgere mich, dass ich die Furbo Hundekamera (*Werbung) nicht mit reingeschleust habe. Dann könnte ich die beiden jetzt wenigstens sehen und ein paar Leckerchen werfen, damit die Püppi nicht vom Fleisch fällt.

11.37 Uhr
Die Postfrau kommt und keiner reagiert. Sie wirft ein paar Briefe in den Briefkasten und geht mit gesenktem Kopf zurück zu ihrem Auto. Ich glaube, sie ist auch ein bißchen traurig.

12.30 Uhr
Mittagessen! Ich kaue wenig motiviert auf meinem Käsebrötchen rum. Es ist einfach nicht dasselbe, ohne Futterneid.

13.00 Uhr
Ich überlege, ob ich trotzdem eine Gassirunde gehe. Aber ich habe Bedenken, dass ich ohne die Hunde im Wald vielleicht Wölfe treffe. Und die sind bekannt dafür, menschliche Kuscheleinheiten extremst merkwürdig zu finden.

14.30 Uhr
Ich schleiche in Lieblingsherrchens Büro rum und trete versehentlich auf ein Quietschtier. Wir zucken beide zusammen und warten darauf, dass Murdoch angesprintet kommt. Nichts passiert. Frustriert kicke ich das Quietschie unter die Couch.

15.00 Uhr
Wie jeden Mittwoch um diese Zeit wird die Notfall-Sirene im Dorf getestet. Ich sitze im Büro und fange an zu heulen wie ein Wolf. Es dauert ein paar Sekunden, bis ich feststelle, dass keiner mitmacht. Ich jaule trotzdem bis zum Ende mit. Einer muss es ja machen.

16.30 Uhr
Herrchen muss zum Außentermin. Ich sitze in der Küche, trinke Tee und starre vor mich hin. Jetzt haben mich alle verlassen! Ich blättere durch das Fotoalbum im Handy und reagiere binnen Sekunden auf Nachrichten bei Facebook und Instagram.

16.45 Uhr
Ich muss aktiv werden, sonst drehe ich durch. Vielleicht hilft ein Blogbeitrag, um das Ganze zu verarbeiten?

18.00 Uhr
Zeit für das Abendessen. Leider kann ich ohne die Hilfe der Hunde nichts Essbares in den Schränken finden. Auf Kochen habe ich heute keine Lust. Wo ist der Sinn, wenn ich dabei nicht alle 3 Minuten die Belagerung der Hunde auflösen muss? Wir bestellen Pizza… Leider liefert bei uns niemand, deshalb müssen wir selber losfahren.

18.30 Uhr
Wir sind zurück mit Pizza. Keiner da, der uns zu Hause begrüßt und mit Begeisterung die Pizzakartons beschnüffelt. Hat das Leben ohne Hunde überhaupt einen Sinn?

19.30 Uhr
Ich sitze in unserer Bar und plane wie jeden Abend den nächsten Tag. Lieblingsherrchen ist zu einem weiteren Geschäftstermin gefahren. Alle haben mich verlassen. Ich fühle mich einsam! Die ungewohnte Beinfreiheit verunsichert mich, deshalb rolle ich die Hundedecke zu einer dicken Wurst und wickle sie um meine Füße.

22.00 Uhr
Zeit für´s Bett! Der einzige Vorteil heute Nacht: Ich liege nicht eingequetscht zwischen zwei haarigen Viechern. Dafür ist mir kalt. Ich gehe mit Socken ins Bett.

Dienstag 7.30 Uhr
Ich wache auf mit dem Gefühl, dass mir gleich ein Hund auf den Teppich kotzt. Der beste Wecker überhaupt. Ich taste orientierungslos auf der Suche nach Fell. Leider ohne Erfolg! Schlagartig bin ich wach. Keine Hunde! Wo sind die Viecher? Dann erinnere ich mich und ein kalter Schauer läuft mir über den Rücken.

8.00 Uhr
Es regnet und ich muss nicht raus. Was ich normalerweise als Vorteil empfinden würde, ist heute nur eine schmerzvolle Erinnerung daran, dass auch Gassirunden im Regen manchmal toll sind. Ich gehe eine Runde im Innenhof, damit wenigstens meine Haare mit Regen zu benetzen. Ich hasse es eigentlich, wie sie sich danach kräuseln. Heute muss es aber sein.

9.00 Uhr
Ich versuche mich mit Arbeit abzulenken, ertappe mich aber immer wieder dabei, wie ich Stunden und Minuten zähle, bis ich die beiden wieder abholen kann.

13.00 Uhr
Das Mittagessen habe ich ausfallen lassen. Es macht einfach keinen Sinn. Ich bereite mich darauf vor, die beiden bald abholen zu können. Die nächsten anderthalb Stunden verbringe ich fertig angezogen, mit den Leinen in der Hand, auf der Treppe sitzend und starre die Uhr an. Erstaunlich, wie lange eine Sekunde dauern kann.

14.15 Uhr
Ich sitze mit laufendem Moto im Auto und warte auf Lieblingsherrchen, der unbedingt mitkommen will. Wie immer braucht er ewig, um fertig zu werden. Ich hupe mehrfach ungeduldig und setze das Auto zurück, während er noch nicht mal richtig drin sitzt. Er beschwert sich. Ich lege den ersten Gang ein und fahre los, was die Beifahrertür schließt.

14.50 Uhr
Wir sind 10 Minuten zu früh an der Tierpension. Ich laufe vor dem Tor auf und ab und versuche, einen Blick durch den Sichtschutzzaun zu werfen.

14.59 Uhr
Das Tor öffnet sich und ich kann die beiden in einem der großen Ausläufe sehen. Mein Herz schlägt einen Purzelbaum, ich reiche der freundlichen Mitarbeiterin die Leinen und scharre ungeduldig mit den Hufen, um die beiden Fellnasen in Empfang zu nehmen.

15.40 Uhr
Wir sind wieder zu Hause. Die Hunde sind erledigt und haben sich direkt kommentarlos in ihre Hundebetten verzogen. Ich schleiche um sie rum, in der Hoffnung ein wenig Aufmerksamkeit zu bekommen. Darauf muss ich allerdings bis zum nächsten Morgen warten. Die beiden sind nur an der Erfüllung der Grundbedürfnisse interessiert. Mir ist es egal, hauptsache mein Leben ist wieder vollkommen! 🙂

Überstanden! Wer hätte das gedacht!

Was du bei der Auswahl einer Tierpension für deinen Liebling beachten musst und wie du ihn darauf vorbereitest, findest du in diesem Artikel hier.

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4 Kommentare

Ines · 9. Februar 2018 um 16:23

Hey, ich habe gerade beim Lesen sooo mit Dir mitgelitten. Mir ging es die ersten Mal nicht viel anders …

Das wird!

    Franziska · 10. Februar 2018 um 19:36

    Von mir aus muss das gar nicht werden! Ich arbeite dran, dass das nicht zu oft sein muss und wenn, dann lang genug, dass es sich lohnt, sie mitzunehmen. 😉
    Aber danke für dein Mitleid und die Zuversicht. Ich bin mir sicher, die werden da jedes Mal eine tolle Zeit haben. Sie sahen sehr glücklich aus, als sie zurück kamen. 🙂

Isabella · 9. Februar 2018 um 9:53

Das liest sich wirklich furchtbar … und ich kann Dich gut verstehen, auch wenn ich so eine Trennung schon lange nicht mehr erlebt habe (wobei wir vor über 20 Jahren mal einen Urlaub ohne Hund gemacht haben – aber da war die Ablenkung groß und wir sind trotzdem ein paar Tage früher wieder heim). Aber ich werde jetzt schon unruhig, wenn ich im Büro sitze und nicht mindestens ein Hund bei mir liegt.
Es gibt so viele kleine Angewohnheiten, die man eigentlich nicht mehr bemerkt – weil sie so selbstverständlich sind – die man aber sehr vermisst, wenn der Grund dafür nicht da ist.

Liebe Grüße,
Isabella mit Cara und Shadow

    Franziska · 10. Februar 2018 um 19:34

    Hi Isabella und Lieblingsrudel,

    danke sehr für dein Mitleid, es war auch wirklich schrecklich. Ich glaube, wenn man weg fährt, ist es nicht so schwer, weil man ja dann meistens jede Menge um die Ohren hat. Wenn sie zu Hause fehlen fühlt es sich irgendwie nicht mehr wie Zuhause an. Ich kann mich in meinem Haus einfach nicht ohne mindestens einen Schatten bewegen. Aber den beiden ging es natürlich hervorragend und sie hatten eine tolle Zeit. Ich bezweifle, dass sie uns vermisst haben. Die hatten ja auch jede Menge Neues um die Nasen. 😉

    Liebe Grüße an euch drei,
    Franziska, Murdoch und Freya

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