Hunde haben beeindruckende Nasen, mit denen sie jede Menge erschnüffeln können. In bestimmten medizinischen Bereichen verlässt man sich daher gern auf das Riechorgan unserer vierbeinigen Begleiter. Doch wie ist es für normale Hunde, wenn Herrchen oder Frauchen krank sind? Merken sie das und verhalten sich dann anders? Aus aktuellem Anlass schauen wir heute mal, wie das beim Lieblingsrudel so läuft.

Ich bin nicht oft krank, eigentlich hab ich schon seit Jahren nicht mal eine Erkältung gehabt. Obwohl in meinem Umfeld immer mal der eine oder andere flach lag, zogen alle Grippen, Hustenanfälle und Schnupfen an mir vorbei. Ich nehme an, das liegt an unseren täglichen Spaziergängen bei jedem Wind und Wetter, denn Gassi gehen wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Aber jetzt hat es mich in den letzten Wochen gleich doppelt getroffen. Und das Verhalten meiner Vierbeiner mit einer kranken Rudelchefin fiel sehr unterschiedlich aus.

Frauchen und die Rotznase

Kurz vor Weihnachten hat es mich dann doch getroffen. Ich nehme an, meine Abwehrkräfte waren durch den Streß der Vorweihnachtszeit ein wenig im Keller. Eigentlich hatte ich es anders geplant, aber in den letzten Wochen des Jahres stapelte sich die Arbeit dann doch auf meinem Schreibtisch. Ich war echt im Streß und als dieser dann abfiel, meldete sich mein Körper, um seinen Unmut zu artikulieren.

Ich lag also flach! Husten, Schnupfen, Gliederschmerzen und das Gefühl, permanent einen zu engen Helm zu tragen. Das volle Programm! Dasselbe beim Herrchen, nur noch etwas schlimmer – Männergrippe eben! Der lag schon halb im Sterben… 😉

“Grossartig”, dachte ich. “Die Hunde werden mir so richtig auf den Senkel gehen, wenn die nicht ihre 2 Stunden am Tag Gassi gehen dürfen!” Und auch auf die Runden an sich freute ich mich wenig, denn in meiner Erwartung würde ich alle Hände voll zu tun haben. Die merken das nämlich sofort, wenn man nicht ganz auf der Höhe ist. Einmal zu viel vor sich hingeträumt, schon wird der erstbeste Vogel, Hase oder Rehbock über´s Feld gejagt. Alles, was am Horizont auftaucht, wird umgehend inspiziert. Irgendeiner muss sich ja um die Sicherheit des Rudels kümmern, wenn Cheffe nicht aufpasst. Dass ich dabei hunderte Meter entfernt stehe und jederzeit umkippen oder gekidnappt werden könnte, interessiert die Spacken nicht.

Doch genau das Gegenteil war der Fall. Sie akzeptierten, dass es für ein paar Tage nur kurze Pipirunden und ein paar auf sich selbst gestellte Spielrunden im Innenhof gab. Keiner drängelte oder forderte Aufmerksamkeit. Sie begnügten sich damit, den lieben langen Tag neben uns auf der Couch oder im Bett rumzugammeln. Natürlich mit extremem Kontaktliegen und dabei so viele Streicheleinheiten abstauben, wie nur möglich.

Bei besonders schlimmen Hustenanfällen kam Murdoch immer besorgt schnuppernd an mich ran und Freya beobachtete mich aus der Ferne mit gerunzeltem Gesicht. Ob sie wohl überlegt, wann es mit mir zuende geht und sie die Chefrolle im Rudel einzunehmen hat?

Wenn wir draußen unterwegs sind bleiben beide, entgegen ihrer sonstigen Gewohnheiten, in einem relativ kleinen Radius von 10 Metern um mich herum. Normalerweise schnüffeln sie schon mal hier und da etwas länger und sind mit sich beschäftigt. Jetzt lassen mich beide nicht aus den Augen und stellen sicher, dass sich der Abstand zwischen uns nie zu sehr vergrößert. Sollte ich umkippen, können sie sofort zur Stelle sein und mir mit ihrem BARF-Atem das Gesicht ablecken, bis ich vor Übelkeit wieder auf die Beine komme.

Doch kaum waren wir wieder halbwegs genesen, kam das Nächste…

Frauchen hat den Knöchel dick

Kaum hatte ich den Grippe-Helm abgesetzt und befand mich auf dem Weg der Besserung, zeigt mir das Universum, dass man immer mit den Gedanken bei der Sache sein soll. Herrchen war gerade für ein paar Tage geschäftlich unterwegs und ich mit den Viechern allein zu Hause. Und genau da passierte es dann endlich das erste Mal: Ich rutschte von der letzten Treppenstufe ab und verdrehte mir ordentlich den Fuss. Ich war einfach mit dem Kopf nicht bei der Sache und zack!

Während ich fluchend vor Schmerz im Flur auf die Kommode gelehnt versuchte, wieder Herr meiner Sinne zu werden, drehten die Hunde in der Küche völlig durch. Durch das Fenster, das von der Küche in den Flur geht, konnten sie mich sehen und wussten offensichtlich, dass irgendetwas nicht stimmte. Sie klangen sehr besorgt, auch wenn ich das Gekläffe in dem Moment für extrem nervtötend hielt. Im Nachhinein betrachtet, machten sie sich wahrscheinlich Sorgen.

Als ich mich wieder halbwegs gefangen hatte, humpelte ich vorsichtig in die Küche. Ich konnte kaum auftreten, aber gebrochen oder gerissen war nichts. Die Hunde kamen vorsichtig schnüffelnd an mich ran, hielten aber einen kleinen Respektabstand. Offensichtlich hatten sie es schon begriffen, als ich rein humpelte. Ich fand das erstaunlich, die beiden sind nämlich sonst echte Spezialisten darin, einem auf den Fuss zu treten. Bei 36 bzw. 45 kg konnte ich darauf jetzt gern verzichten.

Den Rest des Tages konnte ich mich kaum bewegen und wenn, dann war das von Fluchen begleitet und dauerte 10 mal solange wie normal. Und ich musste ja alles selbst machen, weil Herrchen nicht da war. Hätte ich die Hunde mal doch zu Assistenzhunden ausgebildet, dann könnten die jetzt wenigstens Krankenschwester spielen und sie wären beschäftigt und ausgelastet.

Glücklicherweise hatten wir in den Tagen vor dem Unfall (nachdem die Grippe sich endlich verzogen hatte) relativ lange Runden gemacht, um den Energiehaushalt nach einer Woche zusammenreißen wieder in Balance zu bringen. Deshalb hatte ich zumindest die nächsten 24 Stunden mehr oder weniger meine Ruhe. Es war okay, nur kurz zum Pinkeln in den Garten zu gehen und nicht mal Püppi beschwerte sich.

Das änderte sich jedoch an Tag 2 schlagartig. Ich konnte wieder halbwegs auftreten und humpelte zwar immer noch im Schneckentempo durch die Gegend, für Freya schien das jedoch gut genug zu sein. Permanent schleppte sie meine Schuhe an oder kuschelte depressiv-verträumt mit ihnen in ihrem Körbchen. Auffälliger hätten die Hinweise, die sie mir schickte, nicht sein können. Murdoch beobachtete das Ganze meist von der Couch aus, bewegte sich kaum, war aber jederzeit bereit, in Aktion zu springen. Also kurze Gassirunde!

Trotz Feuer im Hintern rissen sich beide bis zu den Feldern zusammen und liefen brav bei Fuß. Dort ließ ich sie ein paar Runden laufen und warf Bällchen. Dann zurück und zumindest das gröbste Tobebedürfnis schien gestillt. Auf dem Rückweg wurde ich, dank meiner mangelnden Balance hin und wieder irgendwo hingezogen, wo es interessant roch. Von wirklicher Rücksichtnahme keine Spur! An Tag zwei ging es mit dem Laufen schon wieder besser, so dass wir endlich mal wieder eine normale Runde gehen konnten. Beide Spacken waren sehr dankbar und ließen sich auf dem Spaziergang sogar von einem Hasen abrufen.

Ich habe den Eindruck, dass meine beiden bei einer Erkältung sozialer reagieren, als wenn ich mir nur ein Körperteil weh getan habe. Aber vielleicht war nur das “Testergebnis” verfälscht, weil beide Sachen gleich hintereinander kamen. Seitdem mache ich mir Gedanken, ob Hunde im Allgemeinen es merken, wenn es ihren Besitzern nicht so gut geht und ob sie versuchen zu helfen. Wie ist das bei deinem Hund? Kümmert er sich um dich, wenn es dir nicht gut geht oder sucht er lieber das Weite und geht dir aus dem Weg? Es würde mich wirklich interessieren, wie das in anderen Lieblingsrudeln läuft, deshalb kommentiere doch hier unter dem Beitrag und berichte uns von deinen Erfahrungen.

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