31. Juli Tag des Mischlingshundes – Mein Liebesbrief an Mischlinge

Mischlinge - die Überaschungspakete der Hundewelt! Am heutigen 31. Juli ist der internationale Tag des Mischlingshundes. Aus diesem Anlass hier unser Liebesbrief an die lustigen Hundemixe.

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Mein erster Hund Herr Dr. Schröder war ein Mischling aus Labrador, Dobermann, Schäferhund und Dogge. Als er mich vor 4 Jahren verließ (oh Gott, so lange ist das schon her), stand für mich fest, dass auch sein Nachfolger eine wilde Mischung aus vier Hunderassen werden sollte.

Früher bekannt als DaGaDo (Das ganze Dorf), Promenadenmischung oder gar Bastard. Heute werden Mischlinge, auch dank der hervorragenden Arbeit der Tierheime und Tierschutzorgas immer beliebter. Mehr als 20% der in Deutschland lebenden Hunde, sind Mischungen aus verschiedenen Hunderassen.  Generell sagt man ihnen nach, dass sie intelligenter und gesünder als Rassehunde sein sollen. Doch stimmt das wirklich? Und warum sind wir so Fans?

Mischlinge sind intelligenter

Ich kenne nur einen einzigen Hund, den ich wirklich als dumm bezeichnen würde. Das liegt aber daran, dass diese Hündin von ihren Rudelchefs absolut null gefördert wird. Noch nicht einmal Gassi gehen die mit ihr, geschweige denn gemeinsame Spiele oder gar Training. Daher wundert es mich auch nicht, dass in ihrem (schon etwas älteren) Gehirn nichts hängen bleibt.

Generell würde ich nicht behaupten, dass Mischlinge intelligenter sind. Vieles hängt von der Mischung der Gene ab, also wie schlau die Elterntiere sind. Außerdem spielen die ersten Wochen und Monate in der Prägungsphase eine wichtige Rolle, sowohl bei Rasse- als auch bei Mischlingshunden. Hier wird der Grundstein gelegt für das, was wir Intelligenz nennen.

Im Welpenalter wird mit Sozialisation, Prägung und Training nicht nur das Verhalten des Hundes geformt, sondern auch der IQ. Man kann also nicht automatisch davon ausgehen, dass der Straßenmix intelligenter ist als sein teurer Hundekumpel vom Züchter. Dennoch gibt es viele Mischlinge, z.B. die Straßenhunde im Ausland, die sehr gewitzt und clever sind und sich ihrer Umgebung und den Lebensumständen hervorragend angepasst haben.

Mischlinge sind hübscher​

Eins gleich vorweg: Ich hab den schönsten Mischling der Welt! Und auch den schönsten Rassehund der Welt! ;-)​

Ich weiß auch nicht, warum immer ausgerechnet ich die tollsten Hunde bekomme. Und obwohl wenn ich mir sicher bin, dass es jedem einzelnen aus dem Lieblingsrudel genauso geht, weiß ich doch , dass meine Hunde die schönsten sind. Wäre ja auch schlimm, wenn ich davon nicht überzeugt wäre. Sicher hast auch du das Glück, Herrchen oder Frauchen des schönsten Hundes der Welt zu sein.

Schönheit liegt bekanntlich immer im Auge des Betrachters. Und nicht nur die äußerlichen Merkmale spielen bei Schönheit eine Rolle. Das brauche ich dir nicht erzählen. Bei Mischlingen kommen im Charakter oft Wesenszüge der verschiedenen Rassen vor. Mit ein bißchen Glück und einem Händchen für den Umgang mit Hunden, werden diese zu einem Teil der Liebenswürdigkeit deines Hundes.

Mischlinge werden seltener krank

Dass Mischlinge robuster sind und seltener krank werden, ist ein weit verbreiteter Glaube. Immerhin leiden die meisten Mischlinge nicht unter den rassespezifischen ​Krankheiten ihrer reinrassigen Hundekumpel. Viele Rassen haben ja bekanntlich, dank der Bemühungen und Übertreibungen der Züchter, gesundheitliche Probleme, die man fast schon als gegeben nehmen muss, wenn man sich einen solchen Hund anschafft.

Wusstest du z.B., dass:

  • der verkleinerte Schädel (z.B. Cavalier King Charles Spaniel) nicht nur Schmerzen für den Hund, sondern auch massive neurologische Störungen hervor ruft?
  • die Rückbildung der Nase, z.B. bei Möpsen dafür sorgt, dass ihnen hin und wieder die Augäpfel aus dem Gesicht fallen?
  • bei kurznasigen Hunden schon fast grundsätzlich Atembeschwerden auftreten, die meist operativ behoben werden müssen?
  • bei großen Hunden, wie z.B. dem Schäferhund, Hüftdisplasie (HD) eine der häufigsten Krankheiten ist?
  • der Dobermann z.B. oft arge Herzprobleme haben, die dazu führen können, dass sie von einem Moment auf den nächsten umkippen und sterben?

In den meisten Fällen sind die rassetypischen Krankheiten eine Folge der Rassestandards, die im Laufe der Zeit immer extremer wurden. Dabei geht es weniger um die Charaktereigenschaften der Hunde, als vielmehr um ihr Aussehen. Kleine Schädel und kurze Nasen geben den Hunden ein kindliches Gesicht, was sie unglaublich niedlich erscheinen lässt. Leider auf Kosten der Hunde, die ihr Leben lang gesundheitlich eingeschränkt sind.

Mein Lieblingsmischling Murdoch

Mein Murdoch ist eine Mischung aus Labrador, Dalmatiner, Schäferhund und Rhodesian Ridgeback. Den Labrador und Dalmatiner sieht man ihm noch an. Den Schäferhund und vor allem den Ridgeback findet man erst, wenn man ihn etwas besser kennen lernt. Die sind nämlich im Charakter versteckt. Und genau da findet sich der Grund, warum ich Mischlinge so interessant finde.

Man weiß nie, was man bekommt. Welche Rassen sich charakterlich in welchen Situationen durchsetzen, kann sich (ähnlich wie das Aussehen) im Laufe des Wachstums ändern. Ein bißchen wie ein Überraschungspaket: Man weiß nie, mit welcher Persönlichkeit man gerade spricht!

Wenn man sich Murdoch im Umgang mit Menschen anschaut, kommt definitiv der Labrador durch. Jeder wird begeistert von ihm begrüßt, wenn auch manchmal etwas stürmisch. Er hat sowas wie einen 7. Sinn für Menschen, denen es emotional nicht gut geht. So sucht er z.B. absichtlich die Nähe von Leuten, die traurig oder bedrückt sind. Ich habe das bereits mehrfach mit Faszination beobachten können. Das ist nur einer der Gründe, warum ich Murdoch so vergöttere.

Vom Dalmatiner hat er nicht nur seine hübschen Sportsocken, sondern auch sein Wesen als Sonnenscheinchen. Er ist wirklich immer gut drauf und für jeden Spaß zu haben. ​Man kann sozusagen mit ihm Pferde stehlen (die er übrigens toll findet).

Seine Wachsamkeit hat er wohl vom Schäferhund. Bei uns kommt NICHTS unbemerkt auf das Grundstück und manchmal werden Passanten mit einen kurzen Wuffer darüber informiert, dass er ein Auge auf sie hat. Im Gegensatz zu unserer Cane Corso Hündin (die fast nie bellt), schlägt er relativ schnell an, wenn etwas passiert, das er nicht einschätzen kann. Daher trägt er bei uns auch den Namen "Frühwarnsystem".

Trotz seiner Größe, Stärke und körperlichen Überlegenheit ist Murdoch trotzdem irgendwo auch hin und wieder ein kleiner Schisser. Ich nehme an, das hat er vom Rhodesian Ridgeback. Die sind nämlich, trotz ihrer ursprünglichen Aufgabe als Löwenjäger, doch ziemlich leicht zu verunsichern. Zumindest nach dem zu urteilen, was ich von reinrassigen Ridgebacks im Lieblingsrudel so gehört habe und persönlich kenne.

Es ist nicht immer ganz einfach, all die verschiedenen Persönlichkeiten von Murdoch unter einen Hut zu bringen. Mittlerweile ist er erwachsen und damit etwas fester im Wesen. Aber als er noch kleiner war und mitten im Wachstum, kam eine Überaschung nach der anderen. Wobei ich glaube, dass das mit jedem jungen Hund so ist.

Was ich an Mischlingen besonders spannend finde ist, dass man durch Prägung, Sozialisation und Training verschiedene Charakterzüge der beteiligten Rassen herausbringen kann. So habe ich die für mich perfekte Mischung aus Wach- und Familienhund bekommen.


Ist dein Hund auch ein Mischling? Welche Rassen sind bei ihm vertreten und woran erkennst du diese in seinem Aussehen oder Verhalten. Lass es uns wissen und schreib uns in den Kommentaren. Oder zeig uns gleich ein Foto deines Hundes! Wenn du bei Instagram bist, dann poste ein Bild von ihm mit #lieblingsrudel. Oder poste ein Foto deines Hundes an unsere Facebook-Pinnwand.

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